Umfrage bei Jugendlichen und Unternehmen im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI
Studienziele und -design
Ziel des Nahtstellenbarometers ist die Erfassung von Bildungsentscheiden von Jugendlichen am Ende ihrer obligatorischen Schulzeit und das Einschätzen der Situation auf dem Schweizer Lehrstellenmarkt.
Zu diesem Zweck wird jährlich eine dreisprachige Online-Umfrage in zwei Erhebungswellen (April/März und August) bei Jugendlichen im Alter von 15-17 Jahren (Ausnahme Tessin: 14-16-Jährige) und Unternehmen mit mindestens zwei Angestellten durchgeführt (Archiv Nahtstellenbarometer).
Vorliegender Kurzbericht liefert einen Überblick über zentrale Ergebnisse der zweiten Erhebungswelle von 2026. Bei den ausgewiesenen Absolutwerten handelt es sich um hochgerechnete Werte. Die Stichprobenergebnisse wurden auf die Grundgesamtheit hochgerechnet.
Die Ergebnisse der zweiten Umfragewelle von 2026 basieren auf einer repräsentativen Befragung von 2’003 Jugendlichen und 3’808 Unternehmen in der ganzen Schweiz. Details zur Methode finden sich am Schluss dieses Cockpits.
Den Kurzbericht zur April-Umfrage finden Sie unter folgendem Link: Cockpit April 2026. Der ausführliche Forschungsbericht wird Anfang Dezember 2026 vorliegen.
Von den 91’519 Jugendlichen, die im Sommer 2026 ihre obligatorische Schulzeit abgeschlossen haben, sind 49 Prozent in eine berufliche Grundbildung eingetreten und 34 Prozent haben den allgemeinbildenden Weg eingeschlagen. 17 Prozent wählten aus unterschiedlichen Gründen eine Zwischenlösung: Davon sind 10 Prozent sind in ein Brückenanagebot eingetreten, 7 Prozent realisieren ein Zwischenjahr.
In diesem Jahr begaben sich ähnlich viele Jugendliche wie bereits 2025 auf den allgemeinbildenden Weg (2026: 34%). Auch der Anteil an Jugendlichen, die eine duale berufliche Grundbildung begonnen haben, ist auf ähnlichem Niveau wie im letzten Jahr. Eine Trendfortsetzung ist vorerst nicht zu erkennen (2024: 41%, 2025: 46%, 2026: 44%). Stabil geblieben ist der Anteil jener Jugendlichen, die in ein Brückenangebot eingetreten sind. Nachdem 2025 die Zahl der Jugendlichen, die ein Zwischenjahr realisieren, deutlich zurück ging, hält sich diese aktuell stabil. Sie liegt nun wieder auf vergleichbarem Niveau der Jahre 2018 bis 2022, wodurch sich die erhöhten Werte der beiden Vorjahre als Ausreisser erweisen.
Wichtig anzumerken ist, dass hier nur ein Teil der Nachfrage nach Lehrstellen abgebildet ist, nämlich jene von 14-17-Jährigen am Ende ihrer obligatorischen Schulzeit.
51 Prozent der befragten Unternehmen bilden Lernende aus. Sie boten 2026 insgesamt 86’210 duale berufliche Grundbildungen mit Ausbildungsstart im Sommer 2026 an. Der hohe Anteil ausbildender Unternehmen hängt mit der Stichprobenbasis zusammen: Unternehmen, die ausbilden, sind in der Stichprobe übervertreten, weil sie im Rahmen des Nahtstellenbarometer besonders interessieren.
Stabile 93 Prozent der 2026 vergebenen Lehrstellen sind berufliche Grundbildungen, die zu einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) führen. Bei den übrigen 7 Prozent handelt es sich um berufliche Grundbildungen mit eidgenössischem Berufsattest (EBA).
Der Grossteil der ausbildenden Unternehmen hat das Lehrstellenangebot 2026 verglichen mit dem Vorjahr 2025 konstant gehalten (73%). 10 Prozent der Unternehmen bieten mehr Lehrstellen an als im Vorjahr, 10 Prozent weniger.
Als häufigste Gründe für unbesetzte Lehrstellen geben Unternehmen an, dass sie nur ungeeignete oder keine Bewerbungen erhalten haben.
88 Prozent oder 75’773 der angebotenen Lehrstellen konnten bis August 2026 besetzt werden. Diese Quote liegt nahe bei den Werten aus den Vorjahren und verweist insgesamt auf eine reguläre Lehrstellenvergabe im Sommer 2026.
Die beiden häufigsten Gründe für offene Lehrstellen sind gemäss Angaben der Unternehmen die Umstände, nur ungenügende Bewerbungen oder gar keine Bewerbungen erhalten zu haben. Es stehen somit mehr Lehrstellen zur Verfügung, als von den Jugendlichen besetzt werden. Auf der anderen Seite geben Jugendliche etwas seltener als in den Jahren vor 2023 an, dass ihr gewählter Lehrberuf ihrer Wunschlehre entspreche. Somit gingen die Jugendlichen häufiger Kompromisse bei der Wahl des Lehrberufes eingegangen.
Allerdings ist eine abschliessende Bewertung der Lage auf dem Schweizer Lehrstellenmarkt hier nicht möglich, da Bewerber:innen, die vor 2026 die obligatorische Schule abgeschlossen haben – und somit später als die hier befragten Jugendlichen in den Lehrstellenmarkt eintreten – im Nahtstellenbarometer nicht erfasst sind. Gemäss Angaben der Unternehmen beträgt der Anteil der Personen, die 2026 neu eine berufliche Grundbildung beginnen und bereits über 16 Jahre alt sind, 41 Prozent.
Jugendliche
Die grosse Mehrheit der Jugendlichen, die im Sommer 2026 eine berufliche Grundbildung begonnen haben, fühlt sich für den Einstieg in die Berufslehre gut informiert:
28 Prozent geben an, aktuell sehr gut und weitere 60 Prozent fühlen sich eher gut informiert. Demgegenüber stehen lediglich 10 Prozent, die ihren Informationsstand als eher oder sehr schlecht beurteilen.
Zu diesem Bild passt, dass viele Jugendliche bereits Erfahrungen im eigenen Lehrbetrieb sammeln durften und nur wenige noch gar keinen Kontakt mit dem Lehrbetrieb hatten. Die gesammelten Erfahrungen sind sehr vielfältig. Zwei Drittel konnten ihre Berufsbildnerin oder ihren Berufsbildner bereits kennenlernen, 57 Prozent haben den Lehrbetrieb besucht und 55 Prozent Informationen zum ersten Arbeitstag erhalten.
Je rund die Hälfte hat an einem Schnupper- oder Einführungstag teilgenommen beziehungsweise bereits erste Aufgaben oder Tätigkeiten im Betrieb kennengelernt oder erledigt. 41 Prozent konnten zudem andere neue Lernende kennenlernen. Eher die Ausnahme sind das Erleben eines Events oder die Teilnahme an einem mehrtägigen Einführungskurs im eigenen Lehrbetrieb (17% resp. 15%).
Trotz des insgesamt hohen Informationsstands bestehen aber weiterhin Informationsbedürfnisse. Besonders deutlich sind diese beim Thema Lernen und Zeitplanung: Ein Viertel der Jugendlichen hat dazu noch keine Informationen erhalten, möchte solche aber gerne bekommen. Je 23 Prozent wünschen sich noch Informationen zu den Anforderungen in der Berufsfachschule sowie zum Umgang mit Unsicherheit, Druck oder Stress.
Bei finanziellen Themen sowie bei Belastungen im privaten oder familiären Umfeld besteht bei je 20 Prozent ein noch ungedeckter Informationsbedarf. Zu Rechten und Pflichten der Lernenden sind es 19 Prozent.
Bei grundlegenden Fragen des betrieblichen Alltags scheint die Informationsvermittlung bereits etabliert zu sein. 67 Prozent haben Informationen zu den Anforderungen im Lehrbetrieb erhalten und möchten diese auch. Beim Umgang mit Vorgesetzten und Arbeitskolleg:innen sind es 64 Prozent und bei den Rechten und Pflichten 60 Prozent.
Unternehmen
Die Betreuung und Ausbildung von Lernenden benötigt Zeit. Diese ist jedoch nur in einer Minderheit der Unternehmen, die eine berufliche Grundbildung anbieten, ausdrücklich festgelegt. 23 Prozent geben an, über ein definiertes Zeitbudget für Berufsbildner:innen zu verfügen, bei 52 Prozent bestehen keine entsprechenden Vorgaben. Ein Viertel gab keine Antwort an.
Wo die Betreuungszeit geregelt ist, fällt sie allerdings sehr unterschiedlich auf: Am verbreitetsten sind zwei bis drei Stunden pro lernende Person und Woche, gefolgt von drei bis vier sowie vier bis fünf Stunden. Im Schnitt wenden die Unternehmen 4.4 Stunden pro Lernende und Woche auf. Damit zeigt sich, dass Ausbildung dort, wo sie zeitlich formalisiert wird, durchaus als eigenständige Aufgabe verstanden wird.
Neben der verfügbaren Zeit stellt sich die Frage, wie Berufsbildner:innen neben der obligatorischen Berufsbildungskurses befähigt werden, um Lernende auszubilden. Mit Abstand am wichtigsten ist dabei der firmeninterne Austausch: 64 Prozent der Unternehmen setzen auf den Austausch mit anderen Berufsbildner:innen oder ihren Vorgesetzten.
Weiterbildungen werden von 37 Prozent genannt, während firmenexterner Austausch (21%), Beratung durch die Lehraufsicht (15%) oder Coaching (11%) deutlich seltener zum Einsatz kommen. Die Befähigung der Berufsbildner:innen findet damit in erster Linie innerhalb des Unternehmens statt.
Auch bei Fragen rund um die Ausbildung stützen sich die Unternehmen vor allem auf naheliegende und etablierte Kontakte. Besonders häufig genutzt werden die Eltern der Lernenden (65%) sowie Lehrpersonen der Berufsfachschule (61%). Auch die Administration oder Leitung der Berufsfachschule ist für 45 Prozent eine bekannte und genutzte Anlaufstelle. Vergleichsweise gut verankert sind zudem die kantonalen Berufsbildungsämter:
53 Prozent nutzen eine direkte Ansprechperson, 49 Prozent die Informationen auf der Website. Eine wichtige Rolle spielen auch die Branchenverbände: Ihre Internetseiten werden von 54 Prozent genutzt, direkte Ansprechpersonen von 41 Prozent. Andere Angebote wie berufsbildung.ch oder berufsberatung.ch sind zwar vielen bekannt, werden jedoch deutlich seltener genutzt. Spezialisierte Stellen wie das Case Management oder die IV sind dagegen einem beträchtlichen Teil der Unternehmen wenig oder gar nicht bekannt.
Dass entsprechende Ressourcen und Unterstützungsstrukturen wichtig sind, zeigt sich bei den konkreten Herausforderungen der Ausbildung. Am häufigsten nennen Unternehmen das Geben von Feedback und damit verbundene Ausbildungsaufgaben (41%) sowie den Umgang mit persönlichen Problemen der Jugendlichen (38%).
Über ein Viertel sieht zudem Herausforderungen bei der Vermittlung fachlicher oder sozialer Kompetenzen und bei der Rekrutierung. Weniger herausfordernd sind demgegenüber Aspekte der übergeordneten Umsetzung, etwa die Umsetzung von Berufsrevisionen sowie Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes.
Übergeordnet zeigen die beiden Perspektiven: Jugendliche fühlen sich beim Lehrbeginn mehrheitlich gut informiert und haben beim Lehrstart bereits vielseitige Erfahrungen gesammelt. Auf Unternehmensseite sind formalisierte Zeitvorgaben für die Ausbildung nur begrenzt verbreitet.
Die Befähigung der Berufsbildner:innen erfolgt neben dem obligatorischen Berufsbildnerkurs überwiegend betriebsintern, und genutzt werden insbesondere Anlaufstellen mit unmittelbarem Bezug zu den Lernenden und zum Ausbildungsalltag.
Allgemeine Befindlichkeit der Jugendlichen an der Nahtstelle I
Die Jugendlichen an der Nahtstelle I blicken vermehrt mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Eine knappe Mehrheit bleibt zwar hinsichtlich der eigenen Zukunft zuversichtlich. Mit 51 Prozent befindet sich der Wert jedoch zum zweiten Mal in Folge auf dem Tiefstand seit Befragungsbeginn.
Die Zukunft der Gesellschaft als Ganzes wird insgesamt verhaltener beurteilt und düsterer wahrgenommen. Vor dem Jahr 2023 war jede vierte Person eher zuversichtlich, was die Zukunft der Gesellschaft betrifft. Seither ist es nur noch jede fünfte Person. Gleichzeitig geben 29 Prozent der Jugendlichen an, eher düster in die gesellschaftliche Zukunft zu blicken – nahe am Spitzenwert aus dem Jahr 2024.
Bezogen auf ihre Ausbildungssituation urteilen die Schulabgänger:innen 2026 nach wie vor positiv. Seit 2022 ist eine leicht rückläufige Zufriedenheit bei den Jugendlichen festzustellen, sie bleibt seither aber auf einem stabilen Niveau. Auf einer Skala von 0 bis 10 wird ein im Vergleich zum Vorjahr gelichbleibender Mittelwert von 7.4 für die Zufriedenheit mit der Ausbildungssituation im Anschluss an die obligatorische Schule gemessen. Mit dem Leben im Allgemeinen sind die Jugendlichen in diesem Jahr ähnlich zufrieden wie 2025. Der Mittelwert liegt 2026 bei 7.3 (-0.1).
Die Ausbildungswahl bleibt 2025 für die überwiegende Mehrheit eine freie Entscheidung.
Grossmehrheitlich freuen sich die Jugendlichen auch weiterhin auf die Ausbildung. Seit 2021 war eine sinkende Tendenz festzustellen. Diese kann für das aktuelle Jahr nicht bestätigt werden. Mit 88 Prozent freuen sich wieder leicht mehr Jugendliche auf ihren eingeschlagenen Ausbildungsweg. Insgesamt 75 Prozent beschreiben ihre Wahl nach wie vor als Traumausbildung oder Wunschlösung. Somit freuen sich auch Jugendliche auf ihre Ausbildung, die nicht mit ihrer Traumausbildung oder Wunschlösung beginnen können.
Die Ausbildungswahl fällt den Jugendlichen aber zunehmend schwerer. Seit 2018 ist der Anteil Jugendlicher, die so empfinden, kontinuierlich von 34 auf 41 Prozent gestiegen. Für 23 Prozent ist die getroffene Ausbildungswahl eine Kompromisslösung (+1ppt) und 33 Prozent sprechen von einer Übergangslösung. Somit wird die Übergangslösung öfters gewählt als in den vergangenen Jahren.
So kann die Situation an der Nahtstelle I aus Sicht der Jugendlichen auch 2026 insgesamt als zufriedenstellend beschrieben werden. Die gewählte Ausbildung wird zwar wieder öfters als Übergangslösung bezeichnet und die Ausbildungswahl als schwer wahrgenommen. Gleichzeitig bleibe die Zufriedenheit mit dem Leben und der Ausbildung weiterhin auf hohem Niveau stabil und die Jugendlichen freuen sich wieder häufiger auf ihren eingeschlagenen Ausbildungsweg.
Ausbildungswahl nach obligatorischer Schulzeit
80 Prozent der Jugendlichen starteten im Sommer 2026 mit ihrer favorisierten Ausbildung gemäss April-Umfrage. Nachdem der Wert in den vergangenen beiden Jahren rückläufig war und unter 80 Prozent lag, ist er nun wieder angestiegen. Zwischen 2018 und 2023 schwankte dieser Wert zwischen 81 und 86 Prozent. Etwas anderes als ihre erste oder zweite Priorität machen 12 Prozent. Damit befindet sich dieser Wert auf ähnlichem Niveau wie bereits im Vorjahr (11%).
Eine berufliche Grundbildung – sei es in Form einer dualen beruflichen Grundbildung (39’856/49%) oder in Form einer schulisch organisierten beruflichen Grundbildung (4’262/5%) – bleibt die am häufigsten gewählte Option nach der obligatorischen Schulzeit. Das gilt insbesondere für junge Männer (Männer: 57%, Frauen: 39%), denn junge Frauen begeben sich häufiger auf den allgemeinbildenden Weg (Frauen: 41%, Männer: 28%). Die Geschlechterdifferenz präsentiert sich nach drei Jahren der Annäherung wieder akzentuierter. Insgesamt beginnen 34 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren ein Gymnasium oder eine Fachmittelschule.
Der allgemeinbildende Weg wird dieses Jahr gleich oft eingeschlagen wie im Vorjahr. In der italienisch- und französischsprachigen Schweiz bleibt diese Wahl weitverbreitet (DCH: 25%, FCH: 50%, ICH: 72%).
Ähnlich viele Jugendliche als in den Vorjahren nehmen nach der obligatorischen Schulzeit ein Brückenangebot wahr (9’225/10%), wobei sich das Geschlechterverhältnis weiterhin ausgewogen präsentiert (Männer: 10%, Frauen: 10%). Ein Zwischenjahr (Reisen, Sprachaufenthalt, Haushaltsjahr o.ä.) realisieren 7 Prozent (+2 ppt). Frauen wählen nach wie vor etwas häufiger diesen Weg als Männer (Männer: 4%, Frauen: 10%). Das Geschlechterverhältnis zeigt sich in diesem Jahr leicht akzentuierter. Damit erscheinen die Jahre 2023 und 2024 als Ausnahme, während sich der Wert aktuell wieder näher ans frühere Niveau angleicht.
Zwischen den Jahren 2022 bis 2024 war ein Rückgang beim Anteil der Jugendlichen zu beobachten, die den allgemeinbildenden Weg einschlagen möchten. Dieser Trend hat sich jedoch zum zweiten Mal in Folge nicht weiter bestätigt. Der Anteil an Schulabgänger:innen, die sich auf den allgemeinbildenden Weg begeben, ist im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Auch hat sich die Genderdifferenz nicht weiter verkleinert, sondern tritt aktuell wieder verstärkt zum Vorschein. Während junge Männer öfters die berufliche Grundbildung wählen, begeben sich jung Frauen eher auf den allgemeinbildenden Weg.
Berufliche Grundbildung
In der Kategorie berufliche Grundbildung (44’118) finden sich Jugendliche, die eine duale berufliche Grundbildung beginnen (39’856/90%), und solche, die eine schulisch organisierte berufliche Grundbildung (4’262/10%) starten. Letztere bleiben schweizweit klar in der Minderheit, und das Verhältnis hat sich 2026 stabil gehalten. Allerdings ist diese Wahl sprachregional geprägt: In der französischsprachigen Schweiz ist der Anteil an Jugendlichen in schulisch organisierten beruflichen Grundbildungen leicht höher als in der deutsch- und italienischsprachigen Schweiz. Als häufigster Beweggrund für eine schulische berufliche Grundbildung wird von 48 Prozent der Jugendlichen angegeben, dass der schulische Weg besser zu ihnen passt (2018: 52%, 2019: 55%, 2020: 50%, 2021: 51%, 2022: 53%, 2023: 59%, 2024: 54%, 2025: 40%). Wie in den Vorjahren folgt als zweiter Beweggrund die Tatsache, dass keine passende Lehrstelle gefunden wurde (2022: 22%, 2023: 21%, 2024: 21%, 2025: 33%, 2026: 28%). Somit wird eine schulische berufliche Grundbildung wieder häufiger aufgrund ihrer besseren Passung gewählt und seltener, weil sich keine passende Lehrstelle ergeben hat.
Die meisten Jugendlichen beginnen eine drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung (61% resp. 34%), welche mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) abgeschlossen wird. Zweijährige berufliche Grundbildungen mit einem eidgenössischen Berufsattest (EBA) bleiben bei Schulabgänger:innen mit 5 Prozent die Ausnahme. Diese Verhältnisse bleiben im Vergleich zum Vorjahr stabil.
24 Prozent der Jugendlichen, die eine berufliche Grundbildung begonnen haben, sehen 2026 vor, parallel zur beruflichen Grundbildung eine Berufsmaturität zu absolvieren. Dieser Wert ist aktuell wieder leicht angestiegen (2018: 21%, 2019: 20%, 2020: 30%, 2021: 31%, 2022: 26%, 2023: 23%, 2024: 21%, 2025: 22%). 59 Prozent ziehen eine Berufsmaturität nicht in Betracht.
Häufigster Grund für eine Berufsmaturität bleibt die Aussicht auf bessere Karrierechancen. Aktuell begründen die Jugendlichen ihre Wahl wieder öfters als noch im Vorjahr mit den damit verbundenen besseren Karrierechancen (2023: 51%, 2024: 58%, 2025: 48%, 2026: 54%). Am zweithäufigsten beabsichtigen Lernende, später einem Studium nachzugehen, und wählen deshalb den Weg der Berufsmaturität (2023: 32%, 2024: 23%; 2025: 29%, 2026: 28%). Im Vergleich zu 2025 ist dieser Wert stabil geblieben.
Geschlechterspezifisch zeigt sich, dass bei jungen Männern öfters bessere Karrierechancen (junge Männer: 62%, junge Frauen: 39%) und bei jungen Frauen öfters ein späteres Studium als Begründung für eine Berufsmaturität angeben werden (junge Frauen: 47%, junge Männer: 19%).
Daneben sind 2026 für junge Frauen weiterhin vermehrt auch «andere Gründe» für den Entscheid ausschlaggebend (junge Frauen: 7%, junge Männer: 3%). Die Begründung hat aber im Vergleich zum letzten Jahr deutlich an Relevanz verloren (junge Frauen: -10ppt, junge Männer: -6ppt).
Häufigste Gründe gegen eine Berufsmaturität sind der Entschluss, erst nach Abschluss der beruflichen Grundbildung eine Berufsmaturität machen zu wollen (2025: 21%, 2026: 29%), die Sorge vor zu viel Stress (2022: 19%, 2023: 19%, 2024: 23%, 2025: 25%, 2026: 28%) oder generell kein Interesse daran (2022: 26%, 2023: 24%, 2024: 21%, 2025: 22%, 2026: 17%). Der zu grosse Stress bleibt demnach als Grund gegen die Berufsmaturität weiter bedeutend. Dazu passt, dass sich die Jugendlichen vermehrt für eine Berufsmaturität nach der beruflichen Grundbildung entscheiden.
88 Prozent der Jugendlichen, die 2026 eine berufliche Grundbildung beginnen, geben an, dass ihr aktueller Lehrberuf ihrer Wunschlehre entsprechen würde. Nachdem der Wert 2024 auf 90 Prozent angestiegen und 2025 stabil geblieben war, liegt er 2026 mit 88 Prozent wieder auf dem Niveau von 2023. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Entwicklung bestätigt oder ob es sich, wie im Jahr 2023 um eine Ausnahme handelt (2021: 92%, 2022: 91%, 2023: 88%, 2024: 90%, 2025: 90%. 2026: 88%).
Die Top 10 Lehrberufe 2026 sind untenstehend abgebildet. Es ist zu beachten, dass es von Jahr zu Jahr zu starken Schwankungen kommen kann, weil die Stichprobengrösse pro Lehrberuf hier eher klein und entsprechend mit einem grossen Fehlerbereich behaftet ist. Neu wieder in den Top 10 vertreten sind 2026 die berufliche Grundbildung zur Konstrukteurin / Konstrukteur und Zeichnerin / Zeichner. Verdrängt wurden dadurch die beruflichen Grundbildungen zur Automobil-Mechatronikerin / zum Automobil-Mechatroniker und zur Logistikerin / zum Logistiker. Die letztere Berufsgattung ist nur ganz knapp aus den Top 10 gefallen. Beide Fachbereiche waren im letzten Jahr neu in die Liste gerutscht. Der bemerkenswerte wiederholte Rückgang beim Spitzenreiter der beruflichen Grundbildung zum Kaufmann / zur Kauffrau hat sich 2026 nicht weiter bestätigt. Ein weiterführender Trend zu weniger Lehrstellenantritte zeichnet sich in diesem Jahr nicht ab. Der Anteil Jugendlicher, die eine berufliche Grundbildung im Bereich der Gesundheit machen wie auch der Anteil beim Lehrberuf Detailhandelsfachmann:frau verbleiben auf hohem Niveau des letzten Jahres.
Unter den Jugendlichen, die 2026 eine berufliche Grundbildung begonnen haben, finden sich erneut mehr Männer (24’133/61%) als Frauen (15’723/39%). Das Geschlechterverhältnis in der beruflichen Grundbildung blieb bislang weitgehend konstant. Nachdem sich die Anteile junger Männer und Frauen 2025 angeglichen hatten, zeigt sich aktuell wieder eine stärkere Differenz. Deutlich mehr junge Männer als junge Frauen absolvieren 2026 eine berufliche Grundbildung. Das bestehende Muster setzt sich somit fort.
Es bestätigen sich 2026 weiterhin deutliche Unterschiede in den Lehrberufspräferenzen der Geschlechter. Einzig die berufliche Grundbildung zur Kauffrau / zum Kaufmann geniesst geschlechterunabhängig Beliebtheit.
Junge Frauen tendieren eher zu beruflichen Grundbildungen aus den Bereichen Gesundheit und Soziales, junge Männer eher zu technischen und handwerklichen beruflichen Grundbildungen. Junge Frauen wählen dabei aus einer breiteren Berufspalette aus als junge Männer. Bei den jungen Frauen ist der Lehrberuf Dentalassistentin neu in den Top 5, während der Lehrberuf Medizinische Praxisassistentin herausfällt. Ebenfalls in diesem Jahr beliebt ist der Lehrberuf der Zeichnerin, der es nur ganz knapp nicht in die Liste geschafft hat. Bei den jungen Männer sind es gleich zwei Berufe, die neu in den Top 5 auftauchen: Detailfachmann sowie Konstrukteur. Nicht mehr unter den fünf beliebtesten Lehrberufen sind der Logistiker und der Elektroinstallateur.
Kauffrau
Fachfrau Gesundheit
Fachfrau Betreuung
Detailhandelsfachfrau
Dentalassistentin
Kaufmann
Informatiker
Polymechaniker
Detailhandelsfachmann
Konstrukteur
Durchschnittlich haben Jugendliche, die 2026 eine duale berufliche Grundbildung begonnen haben, 10 Bewerbungen verfasst, was zusammen mit 2023 dem höchsten Wert seit Befragungsbeginn entspricht (2021: 9.4, 2022: 8.4, 2023: 9.7, 2024: 10.3, 2025: 8.3). Zusagen auf Bewerbungsbestrebungen waren 2026 leicht höher als im Vorjahr und gleichen sich somit an die Werte der Jahre 2023 und 2024 an (2021: 1.9, 2022: 1.9, 2023: 2.4, 2024: 2.4, 2025: 2.1, 2026: 2.3). Ausstehende Bescheide (2021: 2.0, 2022: 1.5, 2023: 1.1, 2024: 0.8, 2025: 1.1, 2026: 1.4) treten wieder häufiger auf als zwischen 2023 und 2025. Absagen nahmen nach dem Tiefstand im Jahr 2025 aktuell wieder deutlich zu und liegen 2026 mit 6.6 Prozent wieder näher am Niveau der Jahre zuvor (2021: 5.5, 2022: 5.0, 2023: 6.1, 2024: 7.1, 2025: 4.9).
In den vergangenen drei Jahren hat sich der Bewerbungsprozess wieder normalisiert. Im Pandemiekontext war auffällig, dass dieser viel kurzfristiger war. Nun zeigt die Tendenz hin zu einem längeren Bewerbungsprozess:
Der Anteil Jugendlicher, die angeben, dass sie erst drei Monate vor der Befragung, also im Frühjahr, mit dem Bewerben angefangen haben, hält sich seit Ende der Corona-Pandemie vergleichsweise konstant, aber leicht erhöht. (2018: 4%, 2019: 6%, 2020: 8%, 2021: 22%, 2022: 21%, 2023: 9%, 2024: 11%, 2025: 8%, 2026: 9%). Der Grossteil der Befragten begann jedoch vor einem Jahr (39%) oder noch früher damit, sich zu bewerben (36%).
Lehrvertragsauflösungen vor Antritt der beruflichen Grundbildung bleiben klar die Ausnahme, ist aber in diesem Jahr leicht erhöht. Mit 7 Prozent der Jugendlichen, die angeben, dass der bestehende Lehrvertrag aufgelöst wurde, steigen die Vertragsauflösungen jedoch leicht an (2021: 2%, 2022: 2%, 2023: 5%, 2024: 5%, 2025: 5%).
Allgemeinbildende Schulen
Insgesamt haben 31’411 (34%) Jugendliche nach den Sommerferien eine allgemeinbildende Schule begonnen. 23’918 (76%) von ihnen besuchen ein Gymnasium, 5’126 (23%) eine Fachmittelschule. Die Verteilung auf diese beiden Typen von Mittelschulen erweist sich als relativ stabil. Auch 2025 haben wieder mehr Frauen (18’386/58%) den allgemeinbildenden Weg eingeschlagen als Männer (13’026/41%). Das ist ein bekanntes und relativ stabiles Verhältnis.
Der Grossteil der Maturitätsschüler:innen konnte an der Schule, die sie besuchen, den Schwerpunkt ihrer Wahl im Angebot finden (85%). Die am häufigsten gewählte Schwerpunkte für Gymnasien und Fachmittelschulen sind untenstehend abgebildet. Erneut wurde 2026 am häufigsten der gymnasiale Schwerpunkt in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Recht gewählt. Leicht beliebter als neusprachliche Profile sowie Physik und Anwendungen der Mathematik ist auch in diesem Jahr der Schwerpunkt Biologie und Chemie.
Eine Entwicklung ist in diesem Zusammenhang nennenswert. Nachdem die Schwerpunkte bildnerisches Gestalten oder Musik in den Jahren 2024 und 2025 an Zulauf verloren haben, geniessen sie aktuell wieder grössere Beliebtheit.
Ansonsten lassen sich keine langfristigen Trends in Bezug auf die Schwerpunktwahl ablesen. Die Entwicklungen von Jahr zu Jahr sind aufgrund der kleinen Fallzahlen eher heterogener Natur.
Die Schwerpunktwahl in Fachmittelschulen folgt ebenso wenig eindeutig längerfristigen Trends. Sprünge in den Datenreihen ab 2023 sollten mit Vorsicht interpretiert werden, weil ab diesem Zeitpunkt für diese Frage neu Mehrfachantworten zugelassen worden sind. Bemerkenswert ist jedoch, dass der Spitzenreiter Gesundheit und Naturwissenschaften in den letzten Jahren vom Schwerpunkt Pädagogik abgelöst wurde. Während der Schwerpunkt Pädagogik an Beliebtheit gewonnen hat, nimmt jene des Schwerpunkts Gesundheit und Naturwissenschaften ab. Auf dem dritten Rang folgt 2026 neu der Schwerpunkt soziale Arbeit. Somit rutsch der Schwerpunkt Wirtschaft, Handel und Recht aus den ersten drei Spitzenrängen. Auf dem Rang fünf folgt der Schwerpunkt angewandte Psychologie. 2026 haben erneut 12 Prozent aller neuen Fachmittelschüler:innen ihren Schwerpunkt noch nicht definitiv festgelegt.
Als zentral für die Schwerpunktwahl erweist sich neben dem Interesse die Frage, ob ein spezifischer Schwerpunkt eine gute Vorbereitung für ein nachfolgendes Studium ist. Auch die schulischen Stärken und Schwächen sind tendenziell entscheidend. Die Schwerpunktwahl im Freundeskreis ist dagegen kaum massgebend für den eigenen Entscheid.
Brückenangebote
9’225 Jugendliche (10%) nehmen 2026 im Anschluss an die obligatorische Schulzeit ein Brückenangebot wahr. Darunter befinden sich 2026 leicht mehr junge Männer (52%) als Frauen (48%). Damit ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern wieder ausgeglichener als im Vorjahr. Weiterhin nutzen jedoch mehr junge Männer das Brückenangebot. Dies war 2024 noch anders.
Zum zweiten Mal in Folge seit 2022 fiel die Wahl bei mindestens der Hälfte der Jugendlichen in Brückenangeboten auf rein schulische Angebote (2024: 42%, 2025: 57%, 2026: 50%). 16 Prozent entschieden sich 2026 für ein kombiniertes Angebot bestehend aus Schule und Arbeitspraxis, 12 Prozent für ein berufliches Brückenangebot. Somit setzt sich der Trend weiter fort: Die Jugendlichen in Brückenangeboten greifen vermehrt auf die schulische Variante zurück.
Der häufigste Grund, weshalb ein Brückenangebot wahrgenommen wird, bleibt, dass keine passende Lehrstelle gefunden wurde. Der seit 2021 angestiegene Wert ist 2026 wieder gesunken (46%, -7ppt).
Leicht mehr Jugendliche geben an, dass sie ein Brückenangebot wahrnehmen, weil ihre Noten verbessert werden sollten, respektive der Schulstoff nachgeholt werden muss (13%, +8ppt). Demgegenüber sinkt der Anteil Jugendlicher wieder, die das Brückenangebot nutzen, da dies ihre anschliessende Ausbildung erfordert (5%, -4ppt). Andere Gründe spielen nur bedingt eine Rolle – sei es, dass die Aufnahmeprüfung für die gewünschte Schule nicht bestanden wurde, dass sie an der gewünschten Schule keinen Platz erhalten haben oder weil sie ihre Sprachkenntnisse verbessern möchten. Letztere Begründung wird 2025 und 2024 bereits deutlich weniger oft genannt und befindet sich aktuell mit einem Prozent auf einem neuen Tiefstand (2021: 8%, 2022: 6%, 2023: 14%, 2024: 5%, 2025: 6%).
Nach dem Brückenangebot möchten nach wie vor die meisten Jugendlichen eine berufliche Grundbildung beginnen. Der Anteil Jugendlicher in Brückenangeboten, die (noch) nicht wissen, was sie danach gerne machen würden, ist 2026 wieder gesunken.
Zwischenjahr
Jugendliche geben 2026 leicht häufiger an, ein Zwischenjahr (Reisen, Sprachaufenthalte, Haushaltsjahr o. ä.) nach der obligatorischen Schulzeit zu absolvieren (2025: 5%, 2026: 7%). Der Wert bleibt jedoch hinter den Spitzenjahren 2023 und 2024 zurück. Letztjährig befanden sich darunter erstmalig leicht mehr junge Männer als junge Frauen. Aktuell haben sich die Verhältnisse wieder umgekehrt: Deutlich mehr junge Frauen wählen 2026 ein Zwischenjahr. Die Angleichung des Geschlechterverhältnisses der jüngsten Vergangenheit zeigt sich in diesem Jahr nicht. Es ist deutlich akzentuierter (2019: 66% Frauen: 34% Männer, 2020: 61%:39%, 2021: 66%:34%, 2022: 66%:34%, 2023: 57%:43%, 2024: 54%:46%, 2025: 48%:52%, 2026: 72%:28%).
Gründe für Zwischenlösungen sind so verschieden wie die Art der Zwischenlösungen selbst, was in der Sammelkategorie „andere Gründe“ zum Ausdruck kommt. Dieser Wert ist im Vergleich zum letzten Jahr wieder deutlich gesunken und befindet sich nun erneut auf dem Niveau der Jahre 2023 und 2024 (24%, -24ppt).
Eine erfolglose Lehrstellensuche oder der Wunsch nach etwas Zeit für sich sind die beiden am häufigsten angegebenen Gründe für ein Zwischenjahr. Beide Werte sind gegenüber dem letzten Jahr angestiegen.
Im aktuellen Jahr haben die Jugendlichen wieder weniger häufig ein Bild davon, was auf das Zwischenjahr folgen soll (weiss ich noch nicht 2018: 11%, 2019: 16%, 2020: 6%, 2021: 19%, 2022: 7%, 2023: 30%, 2024: 31%, 2025: 9%, 2026: 20%). Als häufigste konkrete Option im Anschluss an das Zwischenjahr wird die duale berufliche Grundbildung angegeben (2024: 25%, 2025: 51%, 2026: 34%). Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Die schulische berufliche Grundbildung ist bei den Jugendlichen, die ein Zwischenjahr absolvieren, dagegen weniger beliebt (2024: 7%, 2025: 2%, 2026: 1%). Dies hat sich noch weiter verdeutlicht. Hingegen ist im Vergleich zum Vorjahr die Absicht wieder häufiger vorhanden, nach dem Zwischenjahr eine Maturitätsschule zu beginnen (2019: 15%, 2020: 17%, 2021: 16%, 2022: 21%, 2023: 8%, 2024: 18%; 2025: 11%, 2026: 20%). Der Wert schwankt somit über die Zeit – insbesondere in der jüngsten Vergangenheit.
Lehrstellenangebot
51 Prozent der Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, bieten Lehrstellen an. Das sind deutlich weniger als im Vorjahr, jedoch deutlich mehr als früher in der Untersuchungsreihe, wo sich jeweils rund ein Viertel ausbildende Unternehmen in der Stichprobe fand. Seit 2023 kann der Anteil ausbildender Betriebe in der Bruttostichprobe der vorliegenden Erhebung definiert werden, wodurch ausbildende Betriebe besser erreicht werden können. Das erklärt die erhöhten Werte ab 2023 und dürfte auch für gewisse Schwankungen beim Lehrstellenangebot der befragten Unternehmen die Erklärung sein.
Erneut geben die meisten Unternehmen an, ihr Lehrstellenangebot gegenüber dem Vorjahr konstant gehalten zu haben (73%). Auch die Anteile der Unternehmen, die mehr oder weniger Lehrstellen anbieten, haben sich über die Zeit kaum verändert. Erkennbar ist in der Zeitreihe, dass in den Pandemiejahren mehr Unternehmen in dieser Frage Verunsicherung äusserten.
Jene Unternehmen, die aktuell mehr Lehrstellen anbieten als letztes Jahr, geben am häufigsten an, dass nicht jedes Jahr gleich viele Lehrstellen angeboten werden (41%). Dahinter folgt als Begründung, dies aus Sorge, um den Berufsnachwuchs zu tun.
Verglichen mit den Vorjahren wird dieser Grund aktuell wieder seltener genannt (2023: 44%, 2024: 41%, 2025: 49%, 38%). Über ein Fünftel der Unternehmen gibt zudem an, aufgrund der starken Nachfrage seitens der Jugendlichen mehr Lehrstellen anzubieten (22%, +8ppt).
Jene Unternehmen, die aktuell weniger Lehrstellen anbieten als letztes Jahr, geben noch immer am häufigsten an, dass natürliche Fluktuationen ausschlaggebend waren. An zweiter Stelle werden 2026 Umstrukturierungen im Unternehmen genannt (2025: 18%; 2026: 19%). Dahinter werden die aktuelle Wirtschaftslage als Grund (2023: 14%, 2024: 16%, 2025: 22%, 2026: 18%) sowie auch das Fehlen von qualifizierten Schulabgänger:innen (2023: 16%, 2024: 17%, 2025: 12%, 2026: 18%) angegeben. Letztere Begründung ist nach dem letztjährigen Anstieg wieder angestiegen. Viert- und fünfhäufigster Grund für ein geringeres Lehrstellenangebot sind die schwache respektive keine Nachfrage nach Lehrstellen seitens der Jugendlichen (2025: 8%, 2026: 16%) und das Fehlen von Berufsbildner:innen (2025: 13%, 2026: 8%). Auffällig ist insbesondere die Entwicklung bei der Nachfrage: Unternehmen, die aktuell weniger Lehrstellen anbieten, nennen eine schwache oder fehlende Nachfrage seitens der Jugendlichen im Jahr 2026 doppelt so häufig als Begründung wie noch 2025.
Bei 7 Prozent der 2026 angebotenen Lehrstellen handelt es sich um berufliche Grundbildungen mit EBA, 93 Prozent sind berufliche Grundbildungen mit EFZ. Dieses Verhältnis erweist sich als äusserst stabil über die Zeit.
Die Aufschlüsselung der Lehrstellensituation nach Branchen liefert untenstehende Grafik. Vier der insgesamt 15 Branchen stellten 2026 über die Hälfte des Lehrstellenangebots: Das Gesundheits- und Sozialwesen, die Handelsbranche, das Baugewerbe und das verarbeitende Gewerbe.
Insgesamt zeigt sich das Lehrstellenangebot auch 2026 über viele Branchen hinweg stabil. In fünf Branchen hat es zugenommen, in vier ist es zurückgegangen.
Nachdem die Handelsbranche und das Gesundheits- und Sozialwesen 2023 zum zweiten Mal in Folge ein leicht rückläufiges Lehrstellenangebot aufwiesen, verzeichnet das Gesundheits- und Sozialwesen einen nachhaltigen Anstieg, der sich aktuell nicht weiter fortsetzte. Die Handelsbranche verzeichnet nach der Stagnation in der jüngsten Vergangenheit nun wieder einen leichten Anstieg. Damit ist eine Erholung in beiden Branchen zu verzeichnen und sie festigen somit ihre Rolle als grösste Lehrstellenanbietende.
Nach dem Rückgang angebotener Lehrstellen im Baugewerbe ist 2026 eine Zunahme festzustellen. Auf einem ähnlichen Niveau befindet sich das Lehrstellenangebots des verarbeitenden Gewerbes und den freiberuflichen Dienstleitungen.
Die Land- und Forstwirtschaft rutsch im Vergleich zum letzten Jahr zwei Plätze nach hinten und verzeichnet einen leichten Rückgang. Dennoch bleibt die Branche ein fester Bestandteil des Lehrstellenmarktes auf erhöhtem Niveau.
Im Bereich Erziehung und Unterricht kommt es zu ausgeprägten jährlichen Schwankungen, die aufgrund des insgesamt kleinen Anteils besonders stark ins Auge fallen.
In der öffentlichen Verwaltung und im Finanz- und Versicherungsbereich bleibt das Lehrstellenangebot wie schon 2024 und 2025 konstant niedrig. Beide Branchen haben nach den Ausschlägen 2021 inzwischen ein stabiles, aber relativ kleines Segment im Gesamtangebot gefunden.
Die Mehrheit der Unternehmen plant auch für 2027, gleich viele Lehrstellen wie im Vorjahr anzubieten. Dieser Anteil bildet über die ganze Zeitreihe hinweg die grösste Gruppe, war aber in den letzten beiden Jahren rückläufig. Aktuell hält sich der Wert auf dem Vorjahresniveau (47%). Nur eine kleine Minderheit der Unternehmen beabsichtigt, mehr Lehrstellen auszuschreiben. Dieser Anteil hat sich seit 2020 zwar leicht erhöht, bleibt jedoch auf tiefem Niveau. Auch die Zahl der Unternehmen, die weniger Lehrstellen planen, schwankt nur wenig und bleibt im Vergleich stabil. Der Anteil an Unternehmen, der angibt, dass noch keine Entscheidung getroffen wurde oder keine Antwort gibt, ist gegenüber dem letzten Jahr konstant geblieben, was auf eine konstante Zurückhaltung oder Unsicherheit bei der Planung hinweist.
Auf erhöhtem Niveau äussern Unternehmen aus den Branchen Information- und Kommunikation sowie Erziehung und Unterricht, dass sie sich in Bezug auf die Lehrstellenplanung in den Folgejahren noch nicht entschieden haben.
Grossunternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitenden halten an der Ausbildung fest und geben häufiger an, nächstes Jahr mehr Lehrstellen anbieten zu wollen (100+ Beschäftigte: 13%, 10-99 Beschäftigte: 8%, 2-9 Beschäftigte: 6% mehr Lehrstellen). Kleinere Unternehmen sind dagegen häufiger unentschlossen oder geben keine Antwort ab (100+ Beschäftigte: 24%, 10-99 Beschäftigte: 29%, 2-9 Beschäftigte: 38% weiss nicht/keine Angabe).
In die Planung fliessen zudem auch andere Faktoren mit ein, wie beispielsweise das Angebot an Teilzeitstellen: Der Grossteil der Unternehmen steht der Teilzeitlehre nach wie vor neutral (32%, +2ppt) gegenüber. Kritik an diesem Modell gewinnt jedoch verglichen mit den beiden Vorjahren an Boden: 33 Prozent (2024: 25%, 2025: 29%) sprechen sich gegen ein reduziertes Pensum und die damit verbundene Verlängerung der Lehrdauer aus. Positiv bewertet wird eine Teilzeitstelle von 26 Prozent (-3ppt.). Auffällig ist dabei, dass Unternehmen aus der italienisch- oder französischsprachigen Schweiz sich häufiger verunsichert zeigen in der Frage der Teilzeitlehre als solche aus dem deutschsprachigen Raum (ICH: 25%, FCH: 14%, DCH: 7% weiss nicht/keine Angabe).
Lehrstellenvergabe
88 Prozent der angebotenen Lehrstellen konnten – Stand August 2026 – besetzt werden. Das sind ähnlich viele wie zum gleichen Zeitpunkt in den Vorjahren. Schweizweit betrachtet zeichnet sich somit auch 2026 wieder eine reguläre Vergabe von Lehrstellen ab. Die Lehrstellenvergabe von dualen beruflichen Grundbildungen, die mit einem eidgenössischen Berufsattest abgeschlossen werden, bleibt wie gewohnt etwas hinter jener von beruflichen Grundbildungen zurück, die mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis abgeschlossen werden (EBA: 77%, EFZ: 89%). Im aktuellen Jahr fällt der Unterscheid leicht grösser aus als in den vergangenen beiden Jahren.
Die Lehrstellensituation 2026 zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Branchen. Bei den sonstigen Dienstleistungen und dem Baugewerbe bleibt über jede fünfte Lehrstelle unbesetzt. Dabei ist festzuhalten, dass im Baugewerbe ein erhöhtes Angebot vorzufinden ist, während jenes der sonstigen Dienstleitungen weiter stagniert. Auch bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, im Gastgewerbe sowie in der Land- und Forstwirtschaft liegt der Anteil offener Lehrstellen hoch. Insbesondere bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen sowie im Gastgewerbe steht einem hohen Anteil offener Lehrstellen ein vergleichsweise geringer Anteil angebotener Lehrstellen am gesamten Lehrstellenmarkt gegenüber.
Erhöht präsentiert sich das Lehrstellenangebot seit 2023 in der Land- und Forstwirtschaft. Letztjährig kletterte der Anteil offener Lehrstellen jedoch auf 20 Prozent und hält sich trotz weniger angebotener Lehrstellen bei 15 Prozent.
Das verarbeitende Gewerbe trägt einen wesentlichen Teil zum Gesamtangebot bei, kämpft in der Vergangenheit aber mit einem relativ hohen Anteil offener Lehrstellen und damit einem wiederkehrenden Rekrutierungsproblem. Im aktuellen Jahr ist jedoch bei ähnlich hohem Angebot der Anteil offener Lehrstellen leicht zurückgegangen.
Die gleiche Entwicklung zeigt sich auch im Handel: Mit gestiegenen 16 Prozent des Angebots zählt die Branche zu den grössten Anbietern und verzeichnet in diesem Jahr gleichzeitig einen Rückgang bei den offenen Stellen.
Das Gesundheits- und Sozialwesen macht 18 Prozent des Gesamtangebots aus und bleibt damit einer der wichtigsten Lehrstellenmärkte. Trotz des hohen Angebots ist der Anteil unbesetzter Lehrstellen mit 7 Prozent vergleichsweise gering – ein Hinweis auf hohe Nachfrage.
Auffällig sind die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, wo sich die Lehrstellenvergabe nach einem Tiefstand 2025 (7% unbesetzt) wieder deutlich erhöht hat: 2026 sind 17 Prozent der Lehrstellen dieser Branche unbesetzt. Gleichzeitig ist der Angebotsanteil relativ stabil, womit sich die Lage leicht zugespitzt hat.
Im Bereich Erziehung und Unterricht zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung: Während das Angebot mit gesunkenen 3 Prozent vergleichsweise klein bleibt, steigt der Anteil offener Lehrstellen 2026 auf 13 Prozent. Dabei fällt auf, dass der Anteil offener Lehrstellen in jüngster Zeit stärkeren Schwankungen ausgesetzt ist (2024: 15%, 2025: 2%, 2026: 13%).
Weitere Branchen wie öffentliche Verwaltung, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen oder Information und Kommunikation weisen kleine Angebotsanteile (2–3%) auf und verzeichnen gleichzeitig niedrige Quoten unbesetzter Lehrstellen.
Gründe und Lösungen für offengebliebene Lehrstellen
Die Unternehmen stehen bei der Besetzung von Lehrstellen weiterhin vor der doppelten Herausforderung, überhaupt genügend Bewerbungen zu erhalten und gleichzeitig passende Kandidat:innen zu finden.
Im vergangenen Jahr wurden ungeeignete Bewerbungen am häufigsten als Grund für unbesetzte Lehrstellen genannt. 2026 ist dieser Anteil leicht gesunken (53%, -3ppt) und liegt damit auf gleichem Niveau wie der Anteil der Unternehmen, die als Begründung angegeben haben, keine Bewerbungen erhalten zu haben (53%). Dieser Wert ist hingegen stabil geblieben. Weitere Gründe spielen im Vergleich eine geringere Rolle: Mit 16 Prozent der Unternehmen geben im Vergleich zum Vorjahr leicht häufiger an, dass Bewerber:innen kurzfristig abgesagt haben (+4ppt). Deutlich häufiger als 2025 wird auf andere Gründe verwiesen (25%, +13ppt).
Die Begründungen sind sehr heterogen: Sie reichen von neuen Anforderungen (z.B. KV-Reform) über unternehmensinterne periodische Schwankung bis hin zu mangelnden Ressourcen.
Auffällig bleibt die Differenz zwischen EBA- und EFZ-Lehrstellen: Bei EBA-Lehrstellen überwiegt weiterhin das Problem fehlender Bewerbungen (60%, +3ppt). Deutlich gesunken ist hingegen die Zahl ungeeigneter Bewerbungen (28%, -22ppt). Bei EFZ-Lehrstellen liegt der Fokus stärker auf ungeeigneten Bewerbungen (50%, -1ppt), wobei auch fehlende Bewerbungen mit gleichbleibenden 46 Prozent ein relevanter Grund bleiben. Auch sind Unternehmen bei EFZ-Lehrstellen häufiger von kurzfristigen Absagen betroffen als bei EBA-Lehrstellen, wenn auch die Differenz in diesem Jahr nicht mehr in dieser Deutlichkeit vorhanden ist.
Offen gebliebene Lehrstellen zu streichen oder nicht mehr auszuschreiben, bleibt zwar die Ausnahme, wird aber in diesem Jahr wiederholt so häufig wie nie zuvor in Erwägung gezogen (2023: 5%, 2024: 4%, 2025: 9%, 2026: 9%). Am häufigsten sollen vakante Lehrstellen nächstes Jahr wieder ausgeschrieben werden (2023: 84%, 2024: 85%, 2025: 77%, 2026: 76%), auch wenn dieser Wert leicht sinkt.
Bestehen bleibt seit Beginn der Pandemie die erhöhte Absicht, Lehrstellen weiter offen zu halten, um sie allenfalls im laufenden Jahr noch besetzen zu können (2018: 52%, 2019: 50%, 2020: 66%, 2021: 61%, 2022: 64%, 2023: 74%, 2024: 70%, 2025: 59%, 2026: 67%). Nachdem der Wert 2024 und 2025 rückläufig war, ist 2026 wieder ein Anstieg zu beobachten.
Profil der Neu-Lernenden
Unter den neuen Lernenden, die im Sommer 2026 eine duale berufliche Grundbildung begonnen haben, stellen Männer mit 57 Prozent weiterhin die Mehrheit dar gegenüber 43 Prozent Frauen. Das Geschlechterverhältnis zeigt sich über die Zeit hinweg relativ stabil, hat sich aktuell jedoch leicht zugunsten der Männer verschoben. 41 Prozent der Neu-Lernenden sind 2026 älter als 16 Jahre, was nahe am Durchschnittswert der Untersuchungsreihe liegt, wenn auch eher im unteren Bereich (2018: 60%, 2019: 49%, 2020: 37%, 2021: 44%, 2022: 43%, 2023: 47%, 2024: 42%, 2025: 44%, 2026: 41%). Längst nicht jede Lehre wird somit im unmittelbaren Anschluss an die obligatorische Schulzeit angetreten. Diese Beobachtung wird unterstützt von der Aussage der Unternehmen, dass 6 Prozent der Lernenden, die im Sommer 2026 eine Lehre starten, bereits über einen EFZ- oder EBA-Abschluss verfügen. Dieser Anteil liegt wieder deutlich unter dem Höchstwert von 2023 und befindet sich in diesem Jahr auf dem tieferen Niveau von 2024 (6%).
Die Möglichkeit, neben der Arbeit eine Berufsmaturität zu realisieren, bietet 2026 wieder mehr als die Hälfte der Lehrbetriebe an. Der Wert ist jedoch in diesem Jahr leicht gesunken (2020: 58%, 2021: 53%, 2022: 59%, 2023: 50%, 2024: 54%, 2025: 54%, 2026: 51%).
Wahrgenommen wird diese Möglichkeit von 5 Prozent der Neu-Lernenden (2018: 5%, 2019: 8%, 2020: 6%, 2021: 9%, 2022: 9%, 2023: 10%, 2024: 6%, 2025: 6%, 2026: 5%). Dieser Wert befindet sich zum dritten Mal in Folge im unteren Bereich der bisher gemessenen Werte, und er variiert beträchtlich in den verschiedenen Branchen. Im Bereich freiberuflicher Dienstleistungen streben 22 Prozent, im verarbeitenden Gewerbe 20 Prozent und im Gesundheits- und Sozialwesen 15 Prozent der Neu-Lernenden eine Berufsmaturität an. Das sind 2026 die Spitzenreiter im Vergleich zu den anderen Branchen. Damit gibt es in den letzten beiden Branchen im Vergleich zum letzten Jahr deutlich mehr Neu-Lernende, die eine Berufsmaturität erwerben möchte. Beim Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen hat dieser Anteil hingegen abgenommen. Über dem Wert von 6 Prozent liegen ansonsten 2026 keine anderen Branchen. Lediglich der Handel erreicht noch just 6 Prozent (-2ppt).
Lehrabschlüsse
Schweizer KMUs verantworten einen hohen Anteil der beruflichen Grundbildung, wobei im aktuellen Jahr eine leichte Verschiebung festzustellen ist. Die meisten Lehrabgänger:innen 2026 absolvierten ihre Lehre in kleineren Unternehmen mit zwei bis neun Mitarbeitenden (35%) oder bei Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden. In Unternehmen mit 10-99 Mitarbeitenden sind es 30 Prozent. Das Verhältnis präsentiert sich in diesem Jahr sehr ausgeglichen.
Die höchsten Anteile an Lehrabgänger:innen vereinen erneut das Gesundheits- und Sozialwesen und die Handelsbranche. An dritter und geteilter vierter Stelle reihen sich das verarbeitende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft und das Baugewerbe ein.
Über die Zeitreihe hinweg betrachtet legen jene Branchen, die in der ersten Hälfte der Untersuchungsreihe als wachsende Ausbildungsbranchen galten (Handel, Finanz- und Versicherungsbranche, öffentliche Verwaltung) kürzere respektive längere Zeit nicht mehr weiter zu. Das äussert sich in stagnierenden oder rückläufigen Zahlen bei den Lehrabgänger:innen.
In der Handelsbranche hat sich die Anzahl Lehrabgänger:innen nach Rekordwerten in den Jahren 2020-2022 wieder auf das Niveau vor der Pandemie zubewegt.
Und nach der Stabilisation im Gesundheits- und Sozialwesen zeigt sich im aktuellen Jahr ein gestiegener Wert, der sich nahe am Spitzenwert von 2020 befindet. Seit dem Tiefstand 2023 hat sich die Branche demnach wieder erholt.
Relativ stabil präsentiert sich die Abschlusssituation im verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe. Stärkerer Schwankungen sind in jüngster Zeit bei der Land- und Forstwirtschaft festzustellen. Eine Abnahme ist im Beriech freiberufliche Dienstleistungen zu beobachten. Der Anstieg in der zweiten Hälfte der Untersuchungsreihe setzt sich somit 2026 nicht weiter fort.
Der Verkehrssektor, welcher sich zwischen 2021 und 2023 auf einem tiefen Niveau befand, hat sich mittlerweile auf dem 5 Prozentniveau stabilisiert. Damit bestätigt sich, dass die sehr tiefen Werte Ausreissercharakter hatten. Ähnliches gilt für den Bereich Information und Kommunikation, der sich nach dem Tiefstand 2024 (1%) 2026 wieder auf 4 Prozent stabilisiert.
In der öffentlichen Verwaltung und im Bereich der Versicherungs- und Finanzdienstleistungen setzte nach kontinuierlichem Anstieg von Lehrabgänger:innen bis 2021 ein Rückgang ein. Seit 3 respektive 4 Jahren stagnieren die Anteile an Abgänger:innen aber auf diesem neuen, tieferen Niveau.
Bis zum Jahr 2022 verliessen die meisten Lehrabgänger:innen ihren Lehrbetrieb nach Abschluss der Ausbildung. 2022 änderte sich dies kurzfristig. Nun zeigt sich die Situation zum vierten Mal in Folge wieder so, dass leicht weniger als die Hälfte der Abgänger:innen ihr ausbildendes Unternehmen verlässt.
Damit bestätigt sich, dass es sich bei 2022 um eine Ausnahmesituation handelte, die im Zusammenhang mit den Unsicherheiten während der Corona-Pandemie stand. Der Anteil temporärer Anstellungen sowie offener Situationen bleibt weiterhin stabil.
Eine nachhaltige Entwicklung hin zu mehr Festanstellungen zeigt sich im Bereich der freiberuflichen Dienstleistungen, wenn auch in diesem Jahr leicht rückläufig, und im Gesundheits- und Sozialwesen. Angestiegen ist der Anteil Festangestellter im Bereich Verkehr. Aktuell ist dies nun die Branche mit den meisten festangestellten Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen. Eine längerfristige rückläufige Entwicklung ist beim verarbeitenden Gewerbe zu erkennen.
Bemerkenswert bleibt die Situation im Bereich der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen:
Nach dem markanten Rückgang 2024 stieg der Anteil der festangestellten Lehrabgänger:innen 2025 wieder deutlich (51%) und hält sich aktuell bei 43 Prozent. Im Baugewerbe bleibt die Anzahl Festangestellter weiterhin auf hohem Niveau und im Bereich Erziehung und Unterricht sind seit 2023 jährlich starke Schwankungen zu beobachten.
Die meisten solcher festangestellten Abgänger:innen finden sich im Gegensatz zum letzten Jahr nicht mehr bei den kleinsten, sondern bei den grössten Unternehmen (2-9 Mitarbeitende: 29%, 10-99 Mitarbeitende: 33%, über 100 Mitarbeitende: 38%).
Wichtiger Hinweis:
Bei den ausgewiesenen Absolutwerten handelt es sich um hochgerechnete Werte. Die Stichprobenergebnisse wurden auf die Grundgesamtheit hochgerechnet. Die Hochrechnung der Jugendlichen basiert auf den Jugendlichen, die gemäss Statistik der Lernenden (Bundesamt für Statistik) im Vorjahr das zehnte Schuljahr besucht haben.
Die Hochrechnung der Unternehmen basiert auf den Angaben der Eintritte in die berufliche Grundbildung des Vorjahres (BFS). Detailangaben zu den Hochrechnungen finden sich im ausführlichen Forschungsbericht zum Projekt.
2023 wurden die Stichproben beider Zielgruppen optimiert: Neu werden 15-17-jährige Jugendliche befragt und nicht mehr 14-16-jährige, um mehr Jugendliche im letzten obligatorischen Schuljahr zu erreichen.
Bei den Unternehmen ist neu zum Vornherein bekannt, welche Unternehmen ausbilden und welche nicht. Der Anteil ausbildender Unternehmen wurde in der Stichprobe bewusst erhöht.
Jugendliche
Zielgruppe: 14-17-jährige Einwohner:innen (ab 2023 im Tessin 14-16-Jährige, Rest der Schweiz 15-17-Jährige. Zuvor ganze Schweiz 14-16-Jährige.), die an der April-Umfrage teilgenommen haben und die obligatorische Schulzeit im Sommer abgeschlossen haben
Adressbasis: Stichprobenrahmen des Bundesamtes für Statistik
Befragungsmethode: schriftliche Befragung (online)
Befragungszeitraum: 10.07. – 01.09.2026
Total Befragte: N = 2’003
Fehlerbereich: ± 2.2 Prozent bei 50/50 und 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit
Ausschöpfung: 68%
Gewichtung: Stufe 1: Anzahl Jugendliche nach Kanton; Stufe 2: Alter/Geschlecht verknüpft pro Kanton
Unternehmen
Zielgruppe: Unternehmen mit mindestens zwei Mitarbeitenden, die an der April-Umfrage teilgenommen haben
Adressbasis: Unternehmensregister des Bundesamtes für Statistik
Befragungsmethode: schriftliche Befragung (Online/Papier)
Befragungszeitraum: 10.07. – 01.09.2026
Total Befragte: N = 3’808
Fehlerbereich: ± 1.6 Prozent bei 50/50 und 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit
Ausschöpfung: 82%
Gewichtung: Stufe 1: Anzahl Unternehmen nach Sprachregion; Stufe 2: Unternehmen nach Noga-Codes verknüpft pro Sprachregion
Lukas Golder: Politik- und Medienwissenschaftler
Adriana Pepe: Politikwissenschaftlerin
Alessandro Pagani: Politikwissenschaftler
Externe Beratung
Prof. Dr. Stefan C. Wolter, Professor für Bildungsökonomie, Universität Bern