Studie im Auftrag der SRG SSR
Wäre bereits am 18. Januar 2026 abgestimmt worden, wären sowohl die Bargeld-Initiative als auch der dazugehörige Gegenentwurf angenommen worden. In der Stichfrage hätte sich eine Mehrheit der Teilnahmewilligen für den Gegenentwurf ausgesprochen. Bei der SRG-Initiative hätte sich eine Pattsituation ergeben. Die Klimafonds-Initiative wäre abgelehnt worden, während das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung angenommen worden wäre.
Diese Ergebnisse stellen eine Momentaufnahme rund sieben Wochen vor dem Abstimmungstag dar und sind nicht als Prognose zu verstehen. Die Studie beschreibt die Ausgangslage zu Beginn der Hauptkampagnenphase.
Die Meinungsbildung ist in dieser frühen Phase des Abstimmungskampfes je nach Vorlage unterschiedlich weit fortgeschritten. Am fortgeschrittensten ist sie bei der SRG-Initiative: 78 Prozent der Teilnahmewilligen geben eine feste Stimmabsicht für oder gegen die Vorlage an. Annähernd zwei Drittel äussern auch bei der Bargeld-Initiative, der Klimafonds-Initiative sowie beim Bundesgesetz über die Individualbesteuerung bereits gefestigte Haltungen. Deutlich weniger fortgeschritten ist die Meinungsbildung hingegen beim Gegenentwurf zur Bargeld-Initiative, wo erst 44 Prozent der Teilnahmewilligen eine feste Meinung dafür oder dagegen äussern. Eine argumentative Untermauerung der Stimmentscheide ist zu Beginn der Hauptkampagne insbesondere bei der SRG-Initiative und der Klimafonds-Initiative klar erkennbar, weniger hingegen bei der Bargeld-Initiative und dem direkten Gegenentwurf dazu. Die Vorlage zur Individualbesteuerung liegt hinsichtlich der argumentativen Verankerung im Mittelfeld.
Die Stimmbeteiligung liegt mit 47 Prozent bislang nahe am langjährigen Durchschnitt (47.1% zwischen 2011 und 2024 gemäss BFS).
Alle Angaben gelten bei einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent mit einem Unsicherheitsbereich von ±2,8 Prozentpunkten. Der Abstimmungskampf und die Meinungsbildung haben gerade erst begonnen und können nachweislich das Ja-/Nein-Verhältnis bei Volksabstimmungen beeinflussen. Hinzu kommen Effekte aus der noch unbekannten Mobilisierung durch die Kampagnen.
Die Befunde der Umfrage werden anhand des Dispositionsansatzes von gfs.bern theoretisch verortet.
Hier finden sich Hintergrundinformationen zu den beiden Vorlagen der Abstimmung vom März 2026 und hier zur Methode der SRG-Trendumfragen.
Ausserdem können Sie hier eine vollständige Grafiksammlung herunterladen.
Gegenwärtige Stimmabsichten im Ja
Das frühe Meinungsbild zur Bargeld-Initiative fällt zugunsten der Initiative aus: 65 Prozent der Teilnahmewilligen hätten am 18. Januar 2026 für die Vorlage gestimmt, 31 Prozent dagegen. 4 Prozent waren noch unentschlossen.
Der direkte Gegenentwurf von Bundessrat und Parlament erfährt ähnlich breite Unterstützung: 67 Prozent äusserten sich Mitte Januar dafür, 26 Prozent dagegen und 7 Prozent waren noch unentschlossen. In der Stichfrage ist eine Präferenz für den Gegenentwurf auszumachen: 43 Prozent geben an, eher für die Bargeld-Initiative zu sein, 51 Prozent wären eher für den Gegenentwurf und 6 Prozent sind unentschlossen.
Die teilnahmewilligen Stimmberechtigten gehen von einer Annahme der Bargeld-Initiative und auch des direkten Gegenentwurfs aus. Lediglich 35 Prozent erwarten am 8. März 2026 ein Nein zur Bargeld-Initiative. Beim Gegenentwurf sind es mit 26 Prozent noch weniger. Im Mittel wird der Ja-Anteil zur Bargeld-Initiative auf 53.0 Prozent geschätzt, jener zum direkten Gegenentwurf auf 54.4. Entsprechend wird sowohl zur Initiative als auch zum Gegenentwurf ein Ja an der Urne erwartet.
Tiefer Stand der Meinungsbildung
Die Meinungsbildung zur Bargeld-Initiative zeigt sich erst wenig gefestigt. 46 Prozent der Befragten sprechen sich klar für, 18 Prozent klar gegen die Vorlage aus. Insgesamt äussern somit 64 Prozent eine eindeutige Haltung.
Weitaus weniger gefestigt präsentiert sich der Stand der Meinungsbildung zum Gegenentwurf. Lediglich 44 Prozent äussern hier gefestigte Stimmabsichten.
Auch die argumentative Abstützung der Stimmentscheide ist verglichen mit jener zu den anderen 3 Vorlagen vom 8. März 2026 sehr bescheiden. Damit bleibt Raum für Kampagnenwirkungen bei jenen 36 respektive 56 Prozent der Teilnahmewilligen, die erst tendenziell oder gar nicht entschieden sind.
Vorläufiges Konfliktmuster: Parteipoltische Prägung und Regierungsvertrauen massgebend
Die primäre Konfliktlinie der frühen Stimmabsichten zur Bargeld-Initiative findet sich entlang der Parteibindung. Die stärkste Zustimmung zur Bargeld-Initiative kommt aus dem Umfeld der SVP sowie von Parteiungebundenen. Im links-grünen Lager ist das Meinungsbild uneinheitlich: Während Anhänger:innen von SP und Grünen gespalten sind, lehnt die GLP-Basis die Bargeld-Initiative bereits in der Ausgangslage ab. FDP- und Mitte-nahe Teilnahmewillige sind gespalten. Insgesamt bestätigen sich damit erwartbare parteipolitische Lagerungen bei der SVP und der GLP, weniger jedoch im Umfeld der SP, der Grünen, der Mitte und der FDP. Eine Anpassung an die teilweise noch ausstehenden offiziellen Parteiparolen dürfte das noch wenig gefestigte Meinungsbild in den kommenden Wochen massgeblich beeinflussen. In Bezug auf den Gegenentwurf sind bisher alle Parteiwählerschaften mehrheitlich befürwortend.
Ausserhalb der GLP-Sympathisanten finden sich in der Ausgangslage keine weiteren ablehnenden Untergruppen, aber durchaus unterschiedliche Zustimmungsniveaus zur Bargeld-Initiative.
So steigt etwa die Zustimmung mit zunehmendem Alter an, und auch sozioökonomische Merkmale sind prägend. Teilnahmewillige mit tiefer Schulbildung und tieferen Haushaltseinkommen sprechen sich überdurchschnittlich für die Bargeld-Initiative aus, während mit höherer Bildung und steigendem Einkommen die Ablehnung zunimmt.
Schliesslich zeigt sich eine Spaltung nach dem Regierungsvertrauen. Personen mit Misstrauen gegenüber der Regierung stehen der Initiative klar positiver gegenüber als Befragte mit hohem Regierungsvertrauen.
Nach Sprachregionen betrachtet fällt auf, dass die Ablehnung zur Bargeld-Initiative am ehesten in der deutschsprachigen Schweiz formiert ist, jedoch auch dort eine Zustimmungsmehrheit vorherrscht.
Der Gegenentwurf präsentiert sich als konsensualere Vorlage mit breiterer politischer und gesellschaftlicher Abstützung und deutlich abgeschwächten Konfliktlinien. Alle hier untersuchten Untergruppen stehen mehrheitlich hinter dem direkten Gegenentwurf.
Argumente: persönliche Freiheit und Selbstbestimmung vs. rechtliche Unsicherheiten
Inhaltlich präsentiert sich die Ausgangslage zur Bargeld-Initiative nahe an den geäusserten Stimmabsichten: Indexiert stehen 70 Prozent der Teilnahmewilligen der Befürworterschaft argumentativ näher und 23 Prozent der Gegnerschaft (Gegenentwurf: 64:30). 7 respektive 6 Prozent sind nicht eindeutig einem der beiden Lager zuzuordnen.
Die grundsätzlichen Pro-Argumente zum Bargeld finden in der Bevölkerung sehr breite Zustimmung. Bargeld wird klar als krisenfeste Zahlungsform wahrgenommen und mit persönlicher Freiheit und Selbstbestimmung verbunden. Weniger eindeutig fällt die Beurteilung der konkreten Initiativinhalte aus. Der explizite Schutz von Münzen und Banknoten wird zwar mehrheitlich befürwortet, jedoch auf klar tieferem Niveau. Und nur eine relative Mehrheit stimmt zu, dass die Politik und nicht die Nationalbank primär über die Sicherung des Bargelds entscheiden soll. Hier zeigt sich eine gewisse Skepsis gegenüber einer stärkeren Politisierung der Geldordnung.
Die Contra-Argumente stossen insgesamt auf weniger breite Zustimmung und sie verunsichern stärker.
Aussagen, wonach die heutige Bargeldversorgung bereits ausreichend gesichert sei oder der parlamentarische Gegenentwurf einen genügenden Schutz biete, überzeugen zwar knappe Mehrheiten der Stimmbevölkerung, werden aber von durchaus relevanten Anteilen zurückgewiesen. In der Frage, ob die heutige gesetzliche Regelung ausreiche, um die Bargeldversorgung sicherzustellen, scheiden sich die Geister. Und die Aussage, die Initiative sei zu unpräzise formuliert und schaffe rechtliche Unsicherheit, können oder wollen viele Teilnahmewillige nicht beurteilen.
Die Wirkungsanalyse der Argumente legt dar, dass die frühen Stimmabsichten zur Bargeld-Initiative primär vom Argument, dass Bargeld persönliche Freiheit und Selbstbestimmung ermögliche, getragen wird. Ebenfalls zustimmungsfördernd wirkt die Forderung, explizit Münzen und Banknoten zu schützen, statt einem allgemein verstandenen Bargeldbegriff nachzukommen. Ablehnend wirken dagegen Argumente, welche die Notwendigkeit der Initiative infrage stellen: Dass die heutige gesetzliche Regelung ausreiche, die Schweizerische Nationalbank die Bargeldversorgung bereits sicherstelle und die Initiative zu unpräzise formuliert sei. Besonders die wahrgenommene Unklarheit der Initiative senkt die Zustimmung deutlich.
Trend in der Meinungsbildung
Typologisch handelt es sich bei der Bargeld-Initiative um eine positiv prädisponierte Initiative mit Startvorteil für die Befürworterseite. Diese Einschätzung stützt sich sowohl auf die gemessenen Stimmabsichten als auch auf die inhaltliche Argumentationslage. Für Volksinitiativen ist dies kein untypisches Bild, jedoch kein Garant für einen späteren Abstimmungserfolg.
Insgesamt zeigt sich inhaltlich ein konsistentes Muster: Bargeld als Wert und Prinzip geniesst breite Unterstützung, während der institutionelle Ansatz und der verfassungsrechtliche Weg der Initiative kontroverser beurteilt werden und Raum für den noch wenig profilierten Gegenentwurf offenlassen.
Tritt der Normallfall der Meinungsbildung ein, gleichen sich die Stimmabsichten im Laufe der Kampagne an die Empfehlungen von Bundesrat und Parlament an. In der öffentlichen Debatte erhalten die Contra-Argumente stärkeres Gewicht, was Unsicherheiten oder angelegte Zweifel an der Vorlage verstärkt.
Sollte sich dieser übliche Verlauf auch im Fall der Bargeld-Initiative einstellen, liegt ein Nein zur Initiative am Abstimmungssonntag im Bereich des Möglichen. In einem solchen Regelfallszenario dürfte der Gegenentwurf, welcher juristische Unsicherheiten aus dem Weg räumt, Aufwind erhalten. Offen ist jedoch, wie stark ausgeprägt eine solche Verschiebung tatsächlich ausfallen wird.
Eine Stabilisierung oder gar leichte Zunahme der Ja-Anteile wäre denkbar, falls es der Befürworterseite gelingt, den Problemdruck, im Zusammenhang mit Selbstbestimmung oder der Verdrängung von Bargeld durch digitale Formen von Geld, hochzuhalten oder den Gegenentwurf breitenwirksam zu diskreditieren.
In Unkenntnis der Dynamik der Meinungsbildung muss der Abstimmungsausgang trotz Vorteilen der Initiant:innen vorerst offengelassen werden.
Gegenwärtige Stimmabsichten im Patt
Wäre die SRG-Initiative bereits Mitte Januar zur Abstimmung gelangt, hätten 52 Prozent der stimmberechtigten Personen mit fester Teilnahmeabsicht bestimmt oder eher dagegen gestimmt, während 46 Prozent bestimmt oder eher dafür gewesen wären. Unter Berücksichtigung des Stichprobenfehlers entspricht dies zu Beginn der Hauptkampagnenphase einer Pattsituation, bei lediglich 2 Prozent Unentschiedenen.
Die Einschätzung der teilnahmewilligen Stimmberechtigten mit Blick auf den Abstimmungstag vom 8. März 2026 fällt jedoch anders aus: 59 Prozent rechnen mit einer Annahme der Initiative, 41 Prozent mit einer Ablehnung. Im Mittel wird der Ja-Anteil auf 51,9 Prozent geschätzt.
Mittlerer bis fortgeschrittener Stand der Meinungsbildung
Das Meinungsbild erweist sich mit 78 Prozent fest Entschiedener und einer soliden argumentativen Verankerung der Stimmentscheide bereits in dieser frühen Phase als relativ gefestigt (Erklärungsgrad Regression: 78.5%). Lediglich 20 Prozent der Teilnahmewilligen haben noch keine feste Stimmabsicht für oder gegen die Initiative und tendieren erst in eine Richtung, 2 Prozent sind derzeit noch gänzlich unentschieden.
Damit befindet sich die Meinungsbildung bereits in einem mittleren bis fortgeschrittenen Stadium, was den Spielraum für inhaltliche Kampagnenwirkungen begrenzt. Aufgrund des knappen Mehrheitsverhältnisses werden jedoch Mobilisierungseffekte im weiteren Verlauf des Abstimmungskampfes eine wichtige Rolle spielen.
Vorläufiges Konfliktmuster: Primär durch Parteiaffinität und institutionelles Vertrauen strukturiert
Das Konfliktmuster der SRG-Initiative ist klar parteipolitisch geprägt und folgt einer ausgeprägten Links-Rechts-Spaltung. Während SVP-Sympathisant:innen die Initiative deutlich unterstützen, wird sie von den Wähler:innen der SP und der Grünen ebenso klar abgelehnt. Auch GLP- und Mitte-nahe Teilnahmewillige stehen der Initiative mehrheitlich kritisch gegenüber. Im Umfeld der FDP überwiegt ebenfalls die Ablehnung, wenn auch weniger deutlich. Parteiungebundene Teilnahmewillige zeigen sich gespalten. Insgesamt stehen damit sämtliche Parteiwählerschaften mehrheitlich auf der Linie der jeweiligen Parole der nationalen Mutterparteien oder deren erwartbarer Positionierung.
Über die Parteibindung hinaus polarisiert die SRG-Initiative insbesondere entlang des Regierungsvertrauens. Teilnahmewillige mit Misstrauen gegenüber der Regierung unterstützen die Vorlage mehrheitlich, während Personen mit Vertrauen in die Regierung sie klar ablehnen.
Soziodemografische Unterschiede fallen demgegenüber deutlich schwächer aus. Schwach ausgeprägte Zustimmungstendenzen zeigen sich bei Personen mit tiefer oder mittlerer Bildung sowie in tieferen und mittleren Einkommensgruppen, während mit steigender Bildung und höherem Einkommen die Ablehnung der SRG-Initiative zunimmt. Zudem hegen Männer in der Ausgangslage etwas mehr Sympathien für das Anliegen als Frauen, und ältere Personen, die schon sicher teilnehmen wollen, sind leicht zustimmender als jüngere.
Regional ergeben sich ebenfalls nur moderate Differenzen. In der Deutschschweiz ist die Ablehnung weniger deutlich ausgeprägt als in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz. Die Stimmabsichten der deutschsprachigen Teilnahmewilligen befinden sich insgesamt im Patt. Nach Siedlungsart zeigen sich nur geringe Unterschiede: Die geringste Zustimmung erfährt die SRG-Initiative in urbanen Gebieten, während in intermediären und ländlichen Gebieten die Stimmabsichten in der Ausgangslage ebenfalls im Patt liegen.
Argumente: Service-Public-Auftrag trotz Kürzung erfüllbar vs. Demokratie durch geschwächte SRG gefährdet
Die Pro-Argumente zur SRG-Initiative polarisieren, keines erreicht eine gesicherte Mehrheit. Am meisten Zustimmung erhält das Argument, dass die heutige Radio- und TV-Abgabe zu hoch sei und eine Senkung auf 200 Franken Haushalte spürbar entlaste (46% einverstanden). Ebenfalls nur verhalten unterstützt wird die Aussage, die SRG könne ihren Service-Public-Auftrag auch mit deutlich weniger finanziellen Mitteln erfüllen (45%). Noch geringer fällt die Zustimmung zum Argument aus, eine Zwangsgebühr für Radio und Fernsehen sei nicht mehr zeitgemäss (42%).
Auf Seiten der Contra-Argumente wird die Radio- und Fernsehgebühr von 64 Prozent der Teilnahmewilligen als Zeichen der Solidarität gegenüber den anderen Landesteilen befunden. Auch die Befürchtung, dass eine geschwächte SRG die sachliche Information der Bevölkerung gefährde und damit einhergehend die direkte Demokratie, trifft auf mehrheitliche Zustimmung (58%).
Uneinigkeit besteht hingegen bei der Einschätzung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses zwischen Programmleistungen und Gebühren (52% einverstanden).
In der Gesamtbetrachtung zeigt sich ein argumentativer Überhang der Gegnerschaft: 55 Prozent der Befragten neigen argumentativ den Contra-Positionen zu, 43 Prozent den Pro-Argumenten, 2 Prozent bleiben indifferent. Damit spiegelt die argumentative Gesamtlage die Stimmabsichten in akzentuierter Form.
Allerdings deutet die Wirkungsanalyse wiederum auf Vorteile der Befürworterschaft hin: Alle drei Pro-Argumente stehen in einem positiven Zusammenhang mit einer Zustimmung zur Initiative. Am stärksten gilt dies für die Argumente, dass der Service-Public-Auftrag auch mit weniger Geld erfüllbar sei und dass eine Beitragssenkung Haushalte spürbar entlaste. Demgegenüber entfaltet das Contra-Argument zur Gefährdung der sachlichen Information die stärkste ablehnende Wirkung.
Trend in der Meinungsbildung
Die SRG-Initiative startet aus einer Pattsituation in den Hauptabstimmungskampf. Gleichzeitig rechnen die Stimmberechtigten mehrheitlich mit einer Annahme der Initiative an der Urne. Letzteres verweist auf ein Erwartungsmuster, das auf eine wahrgenommene gesellschaftliche Resonanz des Anliegens hinweist.
Widerstand ist insbesondere im links-grünen Lager, bei regierungsnahen Teilnahmewilligen sowie in Teilen der politischen Mitte bereits formiert.
Argumentativ verfügt die Gegnerschaft zwar über einen quantitativen Vorsprung, doch zentrale Pro-Argumente der Initiant:innen entfalten nachweislich Wirkung. Besonders das Argument, dass die SRG ihren Service-Public-Auftrag auch mit deutlich weniger finanziellen Mitteln erfüllen könne, sowie der Hinweis auf eine spürbare Entlastung der Haushalte wirken positiv auf die Zustimmung zur Initiative. Gleichzeitig prägt die Angst vor drohenden Informationsdefiziten und damit einhergehenden Gefahren für die direkte Demokratie das frühe Meinungsbild massgeblich mit.
Mit fortschreitendem Abstimmungskampf verschiebt sich die Wahrnehmung bei Initiativen in aller Regel weg von der Problemdefinition der Initiant:innen hin zu den Schwächen und Risiken des vorgeschlagenen Lösungsansatzes. Die Gegnerschaft ist in der Ausgangslage bereits gut mobilisiert. Erfahrungsgemäss lässt der Kampagnenverlauf den Nein-Anteil steigen. Die Zustimmung aus den Reihen der SVP und regierungsmisstrauischen Kreisen scheint gesichert, während die verhaltenen Sympathien in anderen Gruppen, etwa jene von Männern, älteren Stimmberechtigten oder solchen aus ländlicheren Siedlungsgebieten, im Kampagnenverlauf wegbrechen könnten.
Angesichts der ausgeglichenen Ausgangslage und der polarisierten Argumentenstruktur ist der Abstimmungsausgang trotz fortgeschrittener Meinungsbildung offen. Aufgrund des bereits relativ gefestigten Meinungsbildes dürfte sich die weitere Meinungsbildung weniger über neue inhaltliche Überzeugungsarbeit als über Mobilisierungseffekte entscheiden. Beide Seiten haben bei der Mobilisierung noch Potenzial.
Gegenwärtige Stimmabsichten kritisch
Wäre die Klimafonds-Initiative am 18. Januar 2026 zur Abstimmung gelangt, hätte eine relative Mehrheit von 60 Prozent der teilnahmewilligen Stimmberechtigten bestimmt oder eher dagegen gestimmt. 35 Prozent hätten bestimmt oder eher dafür votiert, 5 Prozent äusserten keine Meinung. Der Vorsprung der Gegnerschaft beträgt damit 25 Prozentpunkte, womit die Initiative klar aus der Defensive in die Hauptkampagnenphase startet.
Auch die Einschätzung der Stimmberechtigten selbst fällt deutlich aus: 82 Prozent gehen davon aus, dass die Initiative am 8. März 2026 abgelehnt würde, lediglich 18 Prozent rechnen mit einer Annahme. Der durchschnittlich erwartete Ja-Anteil liegt bei 42.21 Prozent.
Mittlerer Stand der Meinungsbildung
Das Meinungsbild zur Klimafonds-Initiative ist bereits in einer frühen Phase mittel gefestigt. 64 Prozent der Teilnahmewilligen äussern eine klare Stimmabsicht (bestimmt Ja bzw. Nein). 31 Prozent tendieren zwar in eine Richtung, sind aber noch nicht gefestigt, während 5 Prozent derzeit noch unentschieden sind.
Etwas mehr als drei Viertel der frühen Stimmabsichten lassen sich mit den getesteten Argumenten erklären (Erklärungsgrad der Regression: 77 %). Der Stand der Meinungsbildung ist damit mittel fortgeschritten, was auf begrenzten, aber vorhandenen Kampagnenspielraum hindeutet. Angesichts des frühen Zeitpunkts und der bislang geringen öffentlichen Aufmerksamkeit spricht dies für einen grundsätzlichen Abwehrreflex gegenüber der Vorlage.
Vorläufiges Konfliktmuster: Parteipräferenz, Geschlecht und Sprachregionen als zentrale Konfliktlinien
Das Konfliktmuster der Klimafonds-Initiative ist klar parteipolitisch geprägt. Die stärkste Trennlinie verläuft entlang der Parteipräferenz. Anhänger: innen der Grünen unterstützen die Initiative nahezu geschlossen (94 % Ja, davon 77 % bestimmt dafür). Auch bei der SP besteht eine klare Zustimmung von 81 Prozent Zustimmung und 13 Prozent Ablehnung.
Demgegenüber wird die Initiative von den bürgerlichen Parteien deutlich abgelehnt. Bei der SVP sprechen sich 86 Prozent bestimmt oder eher dagegen aus (davon 71 % bestimmt dagegen), bei der FDP sind es 81 Prozent. Auch die Anhänger:innen der Mitte lehnen die Initiative mehrheitlich ab (63 % Nein, 30 % Ja). Parteiungebundene sind ebenfalls mehrheitlich skeptisch (58 % Nein, 32 % Ja).
Eine zweite Konfliktlinie verläuft entlang des Geschlechts. Frauen stehen der Initiative deutlich offener gegenüber (42 % Ja, 51 % Nein), während die Ablehnung bei den Männern klar dominiert (68 % Nein, 28 % Ja).
Auch die Sprachregion wirkt strukturierend. In der Deutschschweiz lehnen 65 Prozent die Initiative ab, nur 31 Prozent unterstützen sie. In der französischsprachigen Schweiz ist das Bild nahezu ausgeglichen (47 % Ja, 45 % Nein, 8 % unentschieden). In der italienischsprachigen Schweiz überwiegt die Ablehnung mit 56 Prozent, bei 37 Prozent Zustimmung.
Die Zustimmung unterscheidet sich nach soziodemografischen Merkmalen moderat, aber konsistent. Jüngere (18–39 Jahre) stimmen häufiger zu als ältere Altersgruppen, und mit steigendem Einkommen nimmt die Zustimmung leicht ab. Nach Bildung ist sie bei Personen mit hoher Bildung am höchsten, während Siedlungsart nur geringe Unterschiede zeigt, mit etwas höherer Zustimmung in städtischen Gebieten.
Schliesslich zeigt sich ein Zusammenhang mit dem Regierungsvertrauen: Personen mit Vertrauen in den Bundesrat lehnen die Initiative zu 56 Prozent ab. Bei Personen mit Misstrauen steigt der Nein-Anteil auf 68 Prozent.
Argumente: Institutionelle Argumente auf beiden Seiten erklärungskräftig
Die Argumente zur Klimafonds-Initiative zeigen in der Ausgangslage ein insgesamt kritisches Bild. Über alle sechs geprüften Argumente hinweg positionieren sich 58 Prozent der Teilnahmewilligen inhaltlich näher bei der Gegnerschaft, während sich 37 Prozent näher bei der Befürworterseite einordnen; ein kleiner Teil bleibt indifferent.
Am stärksten trägt auf der Pro-Seite das Argument, dass Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz die Versorgungssicherheit der Schweiz stärken. 69 Prozent stimmen diesem Argument voll oder eher zu. Deutlich schwächer verankert ist hingegen das Argument, dass ein staatlicher Klimafonds ein geeignetes Instrument zur gezielten Förderung von Klimaschutzmassnahmen sei: Hier stehen 40 Prozent Zustimmung einer 53 Prozent Ablehnung gegenüber. Mehrheitlich verworfen wird zudem die Aussage, dass ohne zusätzliche Milliardeninvestitionen die Schweiz beim Klimaschutz nicht schnell genug vorankäme (39 % Zustimmung, 55 % Ablehnung).
Auf der Gegenseite stossen alle drei getesteten Argumente auf Mehrheiten. Am breitesten getragen ist die Befürchtung, dass die vorgesehenen Ausgaben für den Klimafonds den Bundeshaushalt zu stark belasten würden (64 % Zustimmung).
Ebenfalls mehrheitlich unterstützt wird das Argument, dass mit dem Klimafonds zu viel Verantwortung vom Staat übernommen werde, statt Anreize für Private zu setzen (59 % Zustimmung). Auch die Einschätzung, dass die bestehenden Instrumente der Schweizer Klimapolitik grundsätzlich ausreichen, findet mit 58 Prozent Zustimmung eine klare Mehrheit.
Die Wirkungsanalyse zeigt, dass die Stimmabsichten vor allem durch institutionelle und staatspolitische Argumente geprägt werden. Am stärksten wirkt auf der Ja-Seite das Argument des staatlichen Klimafonds als geeignetes Instrument, gefolgt vom Hinweis auf den Investitionsbedarf für wirksamen Klimaschutz. Auf der Nein-Seite entfalten insbesondere die Argumente zur Belastung des Bundeshaushalts sowie zur Suffizienz der bestehenden Klimapolitik-Instrumente eine hohe Erklärungskraft.
Insgesamt verfügt die Gegnerschaft in der Ausgangslage über breiter abgestützte und konsistenter verankerte Argumente. Gleichzeitig ist die Meinungsbildung argumentativ noch nicht abgeschlossen, was trotz klarer Mehrheiten bei den Gegenargumenten auf vorhandenen Kampagnenspielraum hindeutet.
Trend in der Meinungsbildung
Die Klimafonds-Initiative startet aus einer klar defensiven Ausgangslage in den weiteren Abstimmungskampf. Bereits in der frühen Phase überwiegt die Ablehnung, und auch die Einschätzung des Abstimmungsausgangs fällt deutlich zuungunsten der Vorlage aus. Die Gegnerschaft verfügt bereits früh über gut verankerte und mehrheitsfähige Argumente, vor allem in Bezug auf Kosten, Staatsrolle und bestehende klimapolitische Instrumente. Diese Einwände strukturieren die Meinungsbildung deutlich und wirken konsolidierend auf den Nein-Anteil.
Wenn wie üblich bei Volksinitiativen im weiteren Kampagnenverlauf die Schwächen der Vorlage noch deutlicher in den Vordergrund rücken, kann die Zustimmung weiter sinken, obwohl andere Vorlagen die öffentliche Aufmerksamkeit stärker binden.
Insgesamt spricht die aktuelle Dynamik eher für eine weitere Stabilisierung der ablehnenden Haltung als für eine Trendwende zugunsten der Initiative.
Gegenwärtige Stimmabsichten im Ja
Das frühe Meinungsbild zum Bundesgesetz über die Individualbesteuerung fällt zugunsten der Vorlage aus: 64 Prozent der teilnahmewilligen Stimmberechtigten hätten am 18. Januar 2026 für die Vorlage gestimmt, 30 Prozent dagegen.
Hinsichtlich des Abstimmungsausgangs ist die Stimmung auch deutlich zugunsten der Vorlage: Mehr als drei Viertel der Stimmenden gehen von einer Annahme aus. Im Mittel wird der Ja-Anteil jedoch auf knapp 55 Prozent geschätzt.
Stand der Meinungsbildung: wenig fortgeschritten
Mit 65 Prozent äussert eine Mehrheit der Teilnahmewilligen gefestigte Meinungen für oder gegen die Vorlage. 6 Prozent sind noch ganz unentschlossen. Knapp zwei Drittel der frühen Stimmabsichten sind mit Argumenten erklärbar (Erklärungsgrad der Regression: 63.3%). Das ist deutlich weniger als beispielsweise bei der Halbierungsinitiative.
Der Stand der Meinungsbildung ist maximal mittel fortgeschritten, was Raum für Kampagnenwirkungen lässt. Unentschiedene oder Personen mit wenig gefestigter Meinung können noch in die eine oder andere Richtung überzeugt werden.
Vorläufiges Konfliktmuster: Starke Unterstützung von links und von Frauen
Die frühe Ausgangslage zur Individualbesteuerung ist insgesamt von einer breiten Zustimmung über fast alle Bevölkerungsgruppen hinweg geprägt. Mehrheitlich ablehnende Gruppen lassen sich in der Vorabstimmungsanalyse keine identifizieren. Unterschiede zeigen sich primär in der Deutlichkeit der Zustimmung sowie im Ausmass der Opposition, nicht jedoch in klaren Mehrheitsverhältnissen gegen die Vorlage.
Dabei fallen die Frauen auf, die besonders klar für die Individualbesteuerung sind: 69 Prozent der Frauen wollen die Vorlage annehmen, während Männer zu 60 Prozent für die Individualbesteuerung sind.
Am ehesten kritisch positionieren sich Teile des rechtsbürgerlichen Lagers. Zwar spricht sich auch die SVP-Basis knapp für die Vorlage aus (53 % dafür), gleichzeitig ist hier der Widerstand am stärksten ausgeprägt: 42 Prozent sind bestimmt oder eher dagegen, davon 29 Prozent bestimmt dagegen. Keine andere Parteiwählerschaft weist einen vergleichbar hohen Anteil bestimmter Gegner auf. In der Mitte ist die Zustimmung mit 62 Prozent deutlich mehrheitlich. Obwohl die Zustimmung weniger geschlossen ist als bei SP, Grünen oder GLP, bleibt der Elite-Basis-Konflikt bei der Mitte in der Ausgangslage stehen: Die Delegierten der Mitte empfehlen ein Nein.
Auch regionale Unterschiede fallen auf, ohne in eine Mehrheitsablehnung zu kippen. In der deutschsprachigen Schweiz liegt die Zustimmung bei 62 Prozent, in der französischsprachigen Schweiz bei 73 Prozent und in der italienischsprachigen Schweiz ebenfalls bei 62 Prozent.
Nach Siedlungsart zeigen sich nur geringe Differenzen. In städtischen Gebieten unterstützen 65 Prozent die Vorlage, gegenüber 64 Prozent in intermediären und 63 Prozent in ländlichen Räumen. Eine systematische Stadt-Land-Spaltung lässt sich nicht erkennen.
Das Alter wirkt leicht differenzierend, jedoch ebenfalls ohne eine Mehrheitsablehnung abzubilden. Die Zustimmung liegt bei den 18–39-Jährigen bei 70 Prozent, bei den 40–64-Jährigen bei 63 Prozent und bei den 65+-Jährigen bei 64 Prozent. Die aktuellen Diskussionen über persönliche steuerliche Auswirkungen können das Konfliktmuster nach Alter noch erhöhen.
Bemerkenswert homogen zeigt sich die Ausgangslage entlang sozioökonomischer Merkmale. Sämtliche Einkommensgruppen sprechen sich mit Anteilen zwischen 64 Prozent und 68 Prozent für die Vorlage aus. Auch nach Schulbildung bestehen klare Mehrheiten: 60 Prozent Zustimmung bei tiefer Bildung, 62 Prozent bei mittlerer und 66 Prozent bei hoher Bildung. Diese Merkmale tragen somit kaum zur Konfliktstruktur bei.
Ein etwas differenzierteres Bild ergibt sich beim Regierungsvertrauen. Personen mit Vertrauen in den Bundesrat unterstützen die Vorlage zu 71 Prozent, während die Zustimmung bei Personen mit Misstrauen auf 58 Prozent sinkt und der Anteil bestimmter Gegner auf 24 Prozent ansteigt. Aber selbst in diesem Umfeld bleibt die Zustimmung mehrheitlich.
Argumente: Erwerbsanreize und Abschaffung der Heiratsstrafe prägen positives Meinungsbild
Die Pro-Argumente zur Individualbesteuerung stossen in der Ausgangslage auf deutlich mehr Zustimmung als die Gegenargumente. Über alle sechs geprüften Argumente hinweg positionieren sich 60 Prozent der Teilnahmewilligen inhaltlich näher bei der Befürworterseite, während rund ein Drittel den Gegenargumenten zuneigt und ein kleiner Teil indifferent bleibt.
Am stärksten überzeugt das Argument der Gleichbesteuerung von Verheirateten und Unverheirateten mit gleichem Einkommen, dem eine sehr breite Mehrheit zustimmt. Ebenfalls mehrheitlich getragen ist das Argument, dass die Individualbesteuerung Erwerbsanreize für beide Partner schaffen würde, die finanzielle Unabhängigkeit stärke und die Gleichstellung von Frau und Mann fördere. Weniger gefestigt zeigt sich hingegen das Argument der steuerlichen Entlastung für eine Mehrheit der Steuerpflichtigen: Zwar findet es noch eine Mehrheit, gleichzeitig bestehen verbreitete Zweifel an der tatsächlichen Wirkung.
Auf der Gegenseite finden vor allem die Befürchtungen rund um mehr Bürokratie und höhere Verwaltungskosten eine Mehrheit.
Die mögliche Benachteiligung von Haushalten mit reduzierter Erwerbstätigkeit eines Partners (z. B. wegen Kinderbetreuung) findet von einer relativen Mehrheit Resonanz. Am wenigsten mehrheitlich überzeugt die Sorge, dass Mittelstand und Einelternfamilien stärker belastet würden, während gut verdienende Doppelverdiener:innen profitieren würden. Wer von diesem Argument aber überzeugt ist, stimmt viel eher auch Nein.
Die Meinungen lassen sich vor allem mit dem Anreizargument und der finanziellen Unabhängigkeit der Frauen erklären. Ergänzend helfen die Haltung zur Abschaffung der Heiratsstrafe und zu den individuellen Steuerfolgen ebenfalls der Ja-Seite. Insgesamt verfügt die Befürworterseite über stärker verankerte und wirksame Argumente, während die Gegenseite in der Ausgangslage nur begrenzt überzeugen kann. Allerdings ist die Meinungsbildung in dieser Phase noch nicht vollständig argumentativ abgeschlossen, was auf weiteren Kampagnenspielraum hindeutet.
Trend in der Meinungsbildung
Die frühe Meinungsbildung zur Individualbesteuerungsvorlage fällt insgesamt günstig für die Vorlage aus, ist aber noch wenig gefestigt. Die Stimmabsichten liegen im Ja-Bereich, und die Pro-Seite dominiert die Ausgangslage thematisch. Besonders die Argumente zur Gleichbesteuerung, zu Erwerbsanreizen und zur finanziellen Unabhängigkeit von Frauen sind breit abgestützt und prägen die frühen Stimmabsichten deutlich stärker als die Gegenargumente.
Auf der Gegenseite verfängt vor allem die Sorge um mehr Bürokratie, während weitere Einwände trotz Nein-Parolen der beiden Regierungsparteien Mitte und SVP nur begrenzt mobilisieren.
Insgesamt gelingt es der Gegnerschaft in der Ausgangslage nicht, eine mehrheitsfähige Gegenposition zu etablieren.
Gleichzeitig ist die Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen. Der erst mittlere Erklärungsgrad und die teils geringe Festigkeit der Meinungen lassen Kampagnenspielraum erkennen. Setzt sich der Normalfall der Meinungsbildung bei Behördenvorlagen durch, spricht dies für eine Annahme der Vorlage. Angesichts der noch offenen Dynamik bleibt der Abstimmungsausgang zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht abschliessend entschieden.
Bisher durchschnittliche Teilnahmeabsicht für die Abstimmung vom 8. März 2026
Die bisher gemessene Beteiligungsbereitschaft für den 8. März 2026 ist mit 47 Prozent nahe am langjährigen Durchschnitt (47.1% zwischen 2011 und 2024 gemäss BFS).
In dieser frühen Phase des Abstimmungskampfes bewegen die fünf Vorlagen bereits breite Teile der Bevölkerung. Der Wert dürfte aber mit näher rückendem Abstimmungssonntag noch ansteigen, so dass sich eine überdurchschnittliche Teilnahme am Urnengang vom 8. März 2026 abzeichnet.
Profil der Beteiligungswilligen
Aktuell bekunden ältere Stimmberechtigte und solche aus Haushalten mit mittlerem bis hohem sozioökonomischen Status im Vergleich zu ihren Gegengruppen erhöhte Teilnahmeabsichten.
Politisch betrachtet stechen Sympathisierende der GLP mit besonders hoher Teilnahmeabsicht hervor, aber auf etwas tieferem Niveau auch solche der SP, der Mitte und der SVP. Klar unterdurchschnittlich mobilisiert sind bislang Grüne und parteiungebundene Wählergruppen. FDP-Sympathisant:innen sind nahe am Durchschnitt mobilisiert.
Deutlich erkennbar ist zum Auftakt der Hauptkampagnenphase eine regierungskritische Aufladung der frühen Mobilisierung. Regierungsmisstrauische Kreise sind mit 58 Prozent bestimmt Teilnehmenden klar stärker mobilisiert als Stimmberechtigte mit grundsätzlichem Vertrauen in die Regierung.
Sprachregional betrachtet ist die anfängliche Mobilisierung in der französisch- und deutschsprachigen Schweiz höher als in der italienischsprachigen Schweiz.
Im Verlauf des Abstimmungskampfes dürfte die Debatte weitere Kreise erfassen, wodurch sich die Zusammensetzung des Stimmkörpers bis zum 8. März 2026 noch verändern kann.
Erste Welle der SRG-SSR-Trendbefragung zu den Volksabstimmungen vom 8. März 2026 vom Forschungsinstitut gfs.bern. Realisiert zwischen dem 12. Januar und dem 26. Januar 2026 bei 15’371 Stimmberechtigten. Der statistische Fehlerbereich beträgt +/-2.8 Prozentpunkte.
Der telefonische Teil der vorliegenden Befragung wurde vom gfs-Befragungsdienst realisiert, die Auswertung und Analyse der Daten nahm das Forschungsinstitut gfs.bern vor. Befragt wurde via eines RDD-Dualframe-Verfahrens per Festnetz und Handy.
Seit dem Herbst 2018 wird im Rahmen des SRG-Trend-Mandats die telefonische Umfrage durch eine Online-Befragung ergänzt mit dem Ziel die Stichprobengrösse in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz zu erhöhen.
Der Online-Teil wurde als Opt-in-Umfrage (Mitmachumfrage) über die Online-Portale der SRG SSR Medien durchgeführt. Seit Anfang 2024 wird mithilfe von Boomerang Ideas zudem systematisch auch über Social-Media-Kanäle befragt.
Aussagen über das Ständemehr können wir keine machen, denn die Fallzahl lässt gesicherte Rückschlüsse auf die Kantone nicht zu.
Weiterführende Informationen zur Theorie und der Methode der SRG-Trendumfragen finden sich hier.
Technischer Kurzbericht
Auftraggeber: CR-Konferenz der SRG SSR
Grundgesamtheit: Stimmberechtigte Schweizer:innen
Herkunft der Adressen CATI: Stichprobenplan Gabler/Häder für RDD/Dual-Frame; Verwendung Swiss-Interview-Liste,
Herkunft der Adressen Online: Opt-in-Befragung über die Webportale der SRG SSR
Datenerhebung: telefonisch, computergestützt (CATI) und Online
Art der Stichprobenziehung CATI: at random/Geburtstagsmethode im Haushalt geschichtet nach Sprachregionen
Art der Stichprobenziehung Online: offene Mitmachumfrage
Befragungszeitraum: 12. Januar – 26. Januar 2026
mittlerer Befragungstag: 18. Januar 2026
Stichprobengrösse: minimal 1’200, effektiv 15’371 (Cati: 502, Online: 14’367, Boomerang Ideas: 502), DCH: 11’590, n FCH: 3’333, n ICH: 448
Stichprobenfehler: ± 2.8 Prozentpunkte bei einem Wert von 50% (und 95%iger Wahrscheinlichkeit)
Quotenmerkmale CATI: Sprachregion
Quotenmerkmale Online: keine
Gewichtung: Dual-Frame-Gewichtung, Sprache, Siedlungsart, Parteiaffinität, Recall, Teilnahme, Methode
mittlere Befragungsdauer CATI: 17.5 Minuten (Standardabweichung: 4.7 Minuten)
Publikation: 30. Januar 2026, 6h00