Positive Gesamtbewertung des Erweiterungsbaus in der Quartierbevölkerung

Klarer Wunsch nach mehr Grün-, Aussen- und Freiräumen für das ganze Quartier

Stadt Zug

Die vorliegende Quartierbefragung wurde im Auftrag der Stadt Zug durchgeführt und hat zum Ziel, ein differenziertes Bild der Haltung der Quartierbevölkerung zum geplanten Neubau des Schulhauses Guthirt zu gewinnen. Im Zentrum stehen dabei sowohl die grundsätzliche Bewertung des Standorts als auch die Einschätzung der konkreten Ausgestaltung des Projekts sowie die damit verbundenen Erwartungen, Anliegen und Sorgen.

Die Erhebung wurde als Vollerhebung konzipiert: Alle rund 3’800 Einwohner:innen des Quartiers Guthirt ab 16 Jahren wurden zur Teilnahme eingeladen. Die Datenerhebung erfolgte mittels eines Mixed-Mode-Ansatzes (Online- und Papierfragebogen), um eine möglichst breite Beteiligung zu ermöglichen. Insgesamt nahmen 902 Personen an der Befragung teil, was einem Rücklauf von 24 Prozent entspricht.

Die Stichprobe weist im Vergleich zur Bevölkerungsstruktur eine leichte Übervertretung der 40- bis 64-Jährigen sowie eine Untervertretung jüngerer Personen auf, während die Gruppe der über 65-Jährigen weitgehend entsprechend ihrer tatsächlichen Grösse abgebildet ist.

Diese Verzerrung ist inhaltlich plausibel, da insbesondere die mittlere Altersgruppe als Eltern schulpflichtiger Kinder direkt vom Thema betroffen ist und sich entsprechend stärker an der Befragung beteiligt hat.

Auf eine Gewichtung der Daten wurde bewusst verzichtet. Zum einen handelt es sich nicht um eine klassische Stichprobenerhebung, sondern um eine Vollerhebung mit konsultativem Charakter, bei der eine nachträgliche Gewichtung methodisch heikel ist. Zum anderen zeigen Testrechnungen, dass eine Gewichtung die Ergebnisse nur marginal verändert hätte. Vor diesem Hintergrund werden die Resultate im Folgenden ungewichtet ausgewiesen.

Die Auswertung erfolgt deskriptiv sowie – wo sinnvoll – vertiefend nach relevanten Untergruppen. Ziel ist es, fundierte Entscheidungsgrundlagen für die weitere Planung und den Dialogprozess zu schaffen. Weitere methodische Details zur Befragung sind am Ende des Cockpits zu finden.

 

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Leben im Quartier Guthirt

Die grosse Mehrheit der Befragten fühlt sich stark mit dem Guthirt-Quartier verbunden: 26 Prozent geben an, sich sehr stark verbunden zu fühlen, weitere 43 Prozent eher stark. Zusammen bedeutet das, dass knapp sieben von zehn Bewohnerinnen und Bewohnern eine ausgeprägte Verbundenheit mit ihrem Quartier empfinden. Rund ein Viertel fühlt sich eher wenig verbunden, und nur 2 Prozent gar nicht.

Die Verbundenheit steigt erwartungsgemäss mit der Wohndauer. Auch Befragte mit Kindern weisen eine überdurchschnittlich hohe Verbundenheit auf: 79 Prozent von ihnen fühlen sich stark oder sehr stark mit dem Quartier verbunden, gegenüber 61 Prozent der Personen ohne Kinder.

Ein wesentlicher Treiber der hohen Verbundenheit mit dem Quartier dürfte die ausgeprägt positive Wahrnehmung der Lebensqualität sein. Insgesamt beurteilen 48 Prozent der Quartierbewohner:innen diese als eher gut und 47 Prozent als sehr gut, während weniger als 5 Prozent eine negative Einschätzung äussern.

Die hohe Zufriedenheit zieht sich durch verschiedene soziodemografische Schichten: Die wahrgenommene Lebensqualität wird unabhängig der Alterskohorte, des Bildungsniveaus, der Einkommensklasse oder der Wohndauer im Quartier sehr positiv bewertet.

Die Bewohner:innen nennen in erster Linie die gute Lage und Erreichbarkeit des Quartiers Guthirt als Grund für die ausgeprägte Lebensqualität (84%). Fast zwei Drittel schätzen die alltägliche Infrastruktur (64%) und jeweils die Hälfte loben die Ruhe (52%) sowie die vorhandenen Grün- und Freiräume innerhalb vom Quartier (51%).

Viele Anwohner:innen bewerten zudem die sozialen Kontakte, die Nähe zur Schule und zu Betreuungsmöglichkeiten sowie die Freizeitmöglichkeiten positiv. Angebote für Kinder und Familien werden vergleichsweise seltener genannt (30%), wobei Befragte mit Kindern diesen Punkt erwartungsgemäss häufiger angeben als Kinderlose.

Bauprojekt Schulhaus Guthirt

Das konkrete Bauprojekt zur Erweiterung des Schulhauses Guthirt ist den meisten Bewohner:innen bereits bekannt. 27 Prozent geben an, sehr gut über das Projekt informiert zu sein und weitere 46 Prozent haben vom Projekt gehört, ohne die Details dazu zu kennen. Nur ein Viertel hört zum ersten Mal vom Bauprojekt.

Die Bekanntheit hängt eng mit der Wohndauer zusammen: Wer erst seit weniger als einem Jahr im Quartier lebt, ist deutlich seltener informiert – nur 10 Prozent dieser Gruppe geben an, gut informiert zu sein, und 55 Prozent haben noch gar nichts vom Projekt gehört. Mit zunehmender Wohndauer steigt der Informationsstand kontinuierlich: Bei Personen, die seit mehr als 20 Jahren im Guthirt wohnen, sind bereits 37 Prozent gut informiert.

 

Auch Stimmberechtigte kennen das Projekt besser als Nicht-Stimmberechtigte (32% gegenüber 18% gut informiert), was insofern plausibel ist, als dass Stimmberechtigte auch länger im Quartier wohnen als Personen ohne Stimmrecht.

Befragte mit Kindern kennen das Projekt ebenfalls deutlich häufiger gut (38%) als Kinderlose (16%) – was ihre unmittelbare Betroffenheit widerspiegelt. Entsprechend hoch ist auch der Anteil jener, die vom Projekt noch nichts wussten: Bei Kinderlosen sind es 34 Prozent, gegenüber nur 14 Prozent bei Eltern.

Der Bedarf nach zusätzlichem Schulraum wird von der Quartierbevölkerung mehrheitlich anerkannt: 27 Prozent sehen einen sehr grossen, 30 Prozent einen eher grossen Bedarf. Zusammen sprechen sich damit 57 Prozent für einen Ausbau aus. Nur 11 Prozent sehen einen geringen oder keinen Bedarf.

Allerdings ist der Anteil jener, die den Bedarf nicht einschätzen können, mit 23 Prozent beachtlich – ein Wert, der sich gut mit dem verbreiteten Informationsstand erklären lässt: Wer das Projekt nicht kennt, kann den Bedarf schwerer beurteilen.

Für die Quartierbevölkerung steht bei einer allfälligen Erweiterung des Schulhauses Guthirt der Erhalt von Grün- und Freiräumen klar im Vordergrund. Ebenfalls hohe Priorität geniessen Sicherheitsaspekte, eine gute Erreichbarkeit für die Schüler:innen sowie ausreichend dimensionierte Schulräumlichkeiten für die wachsende Quartierbevölkerung.

 

Ein Teil der Befragten legt zudem Wert auf eine gute Einbettung des Gebäudes in das Quartierbild sowie auf eine Nutzbarkeit für die breite Öffentlichkeit. Demgegenüber wird dem Erhalt der bestehenden Schulgebäude insgesamt eine vergleichsweise geringe Priorität beigemessen.

Detailplanung Gebäude und Funktionen

Schulhaus aktuell

Schulhaus mit Erweiterung

Ein Kernelement des geplanten Bauprojekts ist der Ersatz des bestehenden Schulpavillons durch ein neues Schulhaus. In der Quartierbevölkerung stösst diese Idee mehrheitlich auf Offenheit: 56 Prozent beurteilen die Veränderung als sinnvoll. Gleichzeitig lehnt knapp ein Drittel den Ersatz (eher) ab, während eine kleinere Gruppe keine klare Meinung äussert oder keine Angabe macht.

Wer sich bereits eingehend über das Projekt informiert hat, ist kritischer eingestellt im Vergleich zu Personen, die das Projekt weniger gut kennen. Zudem wird der Ersatzbau von jüngeren Befragten tendenziell positiver bewertet als von älteren.

funktionelle Neuordnung

Die geplante Neugestaltung betrifft nicht nur die bauliche Struktur, sondern auch die Funktions- und Aufgabenverteilung innerhalb des Schulbetriebs. Die Quartierbevölkerung zeigt sich dieser Neuordnung gegenüber ähnlich aufgeschlossen wie gegenüber dem Ersatzneubau: 60 Prozent erachten sie als sinnvoll.

Die kritischen Stimmen fallen mit 21 Prozent vergleichsweise moderat aus, 12 Prozent geben hier an, sich keine klare Meinung gebildet zu haben.

Funktionen neues Gebäude

Das Bild der geäusserten Rückmeldungen ist gemischt, aber aufschlussreich. Der meistgenannte Eindruck ist, dass Grün- und Aussenräume zu kurz kommen (34%). Gleichzeitig findet je rund ein Viertel der Befragten die Funktionen sinnvoll angeordnet (26%) und die Anlage übersichtlich und gut organisiert (24%).

21 Prozent attestieren der Neuordnung, durchdacht und alltagstauglich zu sein.

Kritische Stimmen bemängeln eine zu dichte Nutzung der Anlage (17%) oder zu viele Funktionen auf engem Raum (16%). Nur 10 Prozent finden die Zugänglichkeit der Grünfläche überzeugend.

Gestaltung des Aussenraums

Den Befragten wurde die obige Visualisierung des geplanten Aussenraums und Schulhofs gezeigt – und gebeten, spontan zu schildern, was ihnen dabei in den Sinn kommt. Die Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen, die in der Grafik farblich unterschieden werden: Lob (Petrol), Kritik im Zusammenhang mit fehlender Kindergerechtigkeit (Aaregrün) und andere Rückmeldungen (Lachsfarben).

Das Bild ist zweigeteilt. Auf der Lobseite fällt das Gesamterscheinungsbild positiv auf: 24 Prozent jener, die eine inhaltliche Antwort gaben, loben das Gesamtbild, und 22 Prozent äussern sich anerkennend zur Grünfläche.

Auf der Kritikseite melden sich insbesondere Stimmen zu Wort, die sich fragen, ob dieser Raum wirklich für Kinder gedacht ist: 23 Prozent bemängeln zu wenig Freifläche, 15 Prozent empfinden den Aussenraum eher als Parkanlage oder Altersheim denn als Schulhof. Fehlende Spielmöglichkeiten für Ballsportarten (10%) und das Fehlen eines Spielplatzes (8%) werden ebenfalls genannt.

Konzept Aussenraum

Das Konzept zur Neugestaltung des Aussenraums überzeugt eine klare Mehrheit der Quartierbevölkerung: 59 Prozent beurteilen dieses positiv, während 26 Prozent eine ablehnende Haltung einnehmen. Ähnlich wie beim Ersatzneubau zeigt sich auch hier ein Altersunterschied – jüngere Einwohner:innen stehen dem Konzept tendenziell positiver gegenüber als ältere. Gleichzeitig nimmt die Zustimmung mit zunehmender vertiefter Auseinandersetzung mit dem Projekt eher ab. Personen mit eigenen Kindern bewerten das Aussenraumkonzept zwar mehrheitlich als sinnvoll, äussern sich jedoch etwas zurückhaltender als Befragte ohne Kinder.

Spontan verbindet die Quartierbevölkerung mit dem gezeigten Aussenraumkonzept vor allem Begriffe mit Naturbezug («grün», «Park», «Bäume», «schön»), spielerische Elemente («Platz», «spielen», «Fussball») sowie legt einen Fokus auf die Kinder-Komponente.

Jene 26 Prozent, die das Aussenraumkonzept eher oder gar nicht sinnvoll finden, wurden nach ihren Gründen gefragt. Die Kritik richtet sich dabei auf zwei Themenbereiche: die Aussenfläche und den geplanten Dachgarten.

Bei der Aussenfläche steht der Verlust von Grünfläche klar im Vordergrund (35%), gefolgt von der Einschätzung, dass die verbleibende Fläche insgesamt zu klein sei (20%), und dem Wegfall des Fussballplatzes (8%). Den Dachgarten betrachtet ein relevanter Anteil als nicht adäquaten Ersatz für den verlorenen Bodenbereich (30%) – und verbindet ihn mit Bedenken hinsichtlich Sicherheitsrisiken und Lärm (15%) sowie schlechter Zugänglichkeit (10%).

 

Neu vorgesehen ist es, die Dachfläche des neuen Gebäudes begehbar und öffentlich zugänglich zu machen – für Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und die Quartierbevölkerung gleichermassen. Die Fläche soll auch ausserhalb der Schulzeit über Lift und Aussentreppe erreichbar sein. Wie genau sie genutzt und gestaltet werden soll, ist noch offen – und genau das war die Frage an die Befragten.

Das Resultat zeigt ein breites Interesse an vielfältigen Nutzungen, wobei die Werte bemerkenswert eng beieinanderliegen: Beschattung mit Sonnensegel oder Ähnlichem steht mit 46 Prozent an der Spitze, gefolgt von einem multifunktionalen Dachgarten (43%), einem Café oder Quartiertreffpunkt (42%) und – sehr pragmatisch – einer Toilette (41%).

Frei bespielbare Aufenthaltsflächen und Spielmöglichkeiten sowie eine Verbindung zum Aussenraum wünschen sich je 34 Prozent, eine Grillstelle für Feste im Sommer 30 Prozent.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Dachterrasse von der Quartierbevölkerung als Mehrwert für das gesamte Quartier wahrgenommen wird – nicht in erster Linie beziehungsweise nicht nur als Schulinfrastruktur.

Das neue Schulhaus sieht einen Laubengang als überdachten Pausenraum vor. Den Befragten wurde eine Visualisierung gezeigt, und sie wurden gebeten, ihre spontane Reaktion zu schildern.

Das Echo fällt spontan deutlich positiv aus. Die Wortwolke aus den offenen Antworten wird von Begriffen wie «schön», «gut», «sinnvoll», «gemütlich» und «modern» dominiert – Begriffe, die ein durchgehend positives Grundgefühl widerspiegeln. Der Laubengang wird als praktisch, einladend und alltagstauglich wahrgenommen, insbesondere als Schutz bei schlechtem Wetter.

Die Kommentare bestätigen diesen Eindruck:

«Schön und zweckmässig.»

«Das finde ich gut, wenn man es in Ordnung halten kann.»

«Modern, schlicht, gemütlich.»

Kritische Stimmen sind vereinzelt – sie betreffen vor allem die Frage, ob der Laubengang für Kinder wirklich nutzbar und bespielbar sein wird, oder ob er eher als Erwachsenenraum wahrgenommen wird.

Beurteilung Gesamtprojekt

Über alle Teilaspekte hinweg bestätigt sich die insgesamt positive Haltung der Quartierbevölkerung gegenüber dem Erweiterungsbauprojekt. 60 Prozent beurteilen dieses in der Gesamtbetrachtung als eher oder sehr gut, während 21 Prozent eine (eher) negative Bewertung abgeben.

Eine kleinere Gruppe steht dem Projekt neutral gegenüber oder kann es nicht beurteilen.

Innerhalb der Quartierbevölkerung unterscheidet sich die Gesamtbewertung unter anderem nach dem Informationsstand zum Projekt:

  • Erstens zeigt sich, dass besonders gut informierte Personen stärker gespalten sind und tendenziell kritischer urteilen, während weniger informierte Befragte dem Gesamtprojekt häufiger zustimmen.
  • Zweitens nimmt der Anteil kritischer Stimmen mit zunehmender Wohndauer im Quartier zu, wobei die Zustimmung insgesamt durchgehend überwiegt. Am stärksten gespalten ist die Haltung unter Personen, die ihr ganzes Leben im Quartier verbracht haben (44% zustimmend, 36% ablehnend).
  • Schliesslich fällt die Zustimmung bei Personen mit Kindern tiefer aus (54%) als bei kinderlosen Bewohner:innen (68%).

Neben den inhaltlichen Fragen zum Projekt interessierte die Befragung auch, wie die Quartierbevölkerung den bisherigen Planungsprozess erlebt hat – und wie sie sich künftig einbringen möchte. Knapp die Hälfte der Bevölkerung – 49 Prozent – fühlt sich bisher gut oder sehr gut in den Planungsprozess einbezogen.

20 Prozent beurteilen die Einbindung als schlecht oder sehr schlecht, weitere 16 Prozent stehen ihr neutral gegenüber.

Dass die Bevölkerung Wünsche und Meinungen hat, ist deutlich geworden. Aber wie gross ist die Bereitschaft, sich auch aktiv in einen künftigen Dialogprozess einzubringen?

Die Antwort ist: 28 Prozent bekunden eine grosse oder sehr grosse Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung. Der grösste Anteil – 35 Prozent – verortet sich in der Mitte, also grundsätzlich offen, aber nicht bedingungslos. Nur 26 Prozent sind eher oder sehr unwillig, sich einzubringen. Das bedeutet: Mehr als die Hälfte der Quartierbevölkerung ist prinzipiell ansprechbar für Beteiligungsformate – eine solide Ausgangslage für jeden weiteren Dialogprozess.

Erste Leseweise

Breite Anerkennung des Schulraumbedarfs

Die Grundfrage, ob es überhaupt mehr Schulraum braucht im Guthirt, beantwortet die Bevölkerung mehrheitlich mit Ja. 57 Prozent sehen einen grossen oder sehr grossen Bedarf – und unter jenen, die das Projekt gut kennen, ist diese Überzeugung noch stärker ausgeprägt. Das ist keine Selbstverständlichkeit: Erweiterungsbauprojekte können in gewachsenen Quartieren auch auf reflexartigen Widerstand stossen. Im Guthirt ist das nicht der Fall. Die Bevölkerung hat die demografische Realität ihres Quartiers verinnerlicht und zieht daraus die richtigen Schlüsse. Die grundsätzliche Legitimation für das Vorhaben ist damit gegeben – und das ist eine belastbare Ausgangslage für alles Weitere.

Mehrheitlich positive, aber differenzierte Haltung zum Bauprojekt

59 Prozent beurteilen das Projekt nach eingehender Auseinandersetzung als gut oder sehr gut. Das ist eine klare Mehrheit. Gleichzeitig ist diese Zustimmung keine blinde. Die Bevölkerung unterstützt das neue Schulhaus, die funktionale Neuordnung und das Aussenraumkonzept – und sie macht gleichzeitig deutlich, wo sie sich noch mehr erhofft: beim Stellenwert der Grünflächen, bei der Frage der Dichte, bei einzelnen Aspekten der Organisation der Anlage und bei der Bedürfnisorientierung des Raums für Kinder. Das sind konstruktive Hinweise auf Stellschrauben, die in der weiteren Planung Aufmerksamkeit verdienen.

Zusammenhang zwischen Kritik und Informiertheit

Langjährige Quartierbewohnerinnen und -bewohner, gut Informierte und Eltern fallen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung durch pointiertere und durchaus auch kritischere Urteile auf. Das ist kein Alarmzeichen, sondern ein Qualitätsmerkmal für ein lebendiges Quartier: Wer das Quartier kennt, wer Kinder in der Schule hat, wer sich informiert hat, misst das Projekt an höheren Massstäben. Dabei wird aber nicht nur Kritik geäussert, es werden auch zahlreiche konstruktive und nützliche Inputs für die weitere Quartierarbeit eingebracht.

Bäume sind nicht Bonus sondern Muss

Kein Thema zieht sich so konsistent durch alle Kapitel dieser Befragung wie der Wunsch nach Grün- und Freiräumen. Er taucht auf als wichtigster Aspekt bei der Erweiterung (71%), als dominante Assoziation beim Aussenraum, als zentrales Anliegen beim Lüssipark und als Sorge mit Blick auf die künftige Quartierentwicklung. Und er ist der stärkste Einzelfaktor, der die Gesamtbewertung des Projekts beeinflusst: Wer findet, dass Grün- und Aussenräume zu kurz kommen, beurteilt das Projekt mit 25 Prozentpunkten geringerer Wahrscheinlichkeit positiv. Die Gestaltung des Aussenraums ist damit kein Detail der Ausführung – sie ist ein Schlüsselhebel für die Akzeptanz des gesamten Projekts. Die Botschaft der Bevölkerung ist unmissverständlich: mehr Grün, mehr Freiraum, mehr Platz zum Atmen. Wer hier nachschärft, gewinnt – nicht nur an Zustimmung, sondern auch an Vertrauen.

Methodische Details

Auftraggeber: Stadt Zug

Grundgesamtheit: Einwohner:innen ab 16 Jahren

Erhebungsart: mixed-mode (online und Papierfragebogen)

Auswahlverfahren: Vollerhebung

Stichprobengrösse: N = 902 (Rücklauf: 24%)

Gewichtung: keine

Befragungszeitraum: 06.02. bis 13.04.2026

Stichprobenfehler: Quartierbevölkerung: ±2.8 Prozentpunkte bei 50/50 und 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit