MSD Schweiz
Im Auftrag von MSD Schweiz durfte gfs.bern den Krebsversorgungsbarometer 2026 durchführen.
Der Barometer beschreibt die verschiedenen Einstellungen und Bedürfnisse rund um die Krebsversorgung in der Schweiz. Die eigenen Erfahrungen, Bedürfnisse und Ansichten von Krebs-Betroffenen oder indirekt Betroffenen werden direkt beschrieben. Neu wurden auch Ideen für die Zukunft der Schweizer Gesundheitspolitik evaluiert.
Die Befragung ist repräsentativ für die Schweizer Bevölkerung ab 18 Jahren. Sie wurde online und via Telefon bei 1’250 Personen in allen drei Sprachregionen durchgeführt.
Weitere Details zur Befragungsmethode finden sich in der Infobox am Ende des Cockpits.
Wahrgenommene Versorgungsqualität
Die wahrgenommene Versorgungsqualität von Krebspatient:innen ist ausgesprochen auch 2026 sehr hoch. Dies geht einher mit der grundsätzlich sehr guten gesundheitlichen Versorgung in der Schweiz – ist aber dennoch aussergewöhnlich. Die Werte sind im Vergleich zur Befragung im 2024 minimal schlechter geworden, d.h. etwas weniger „sehr gut“ und „hervorragend“, dafür einige Prozentpunkte mehr bei „eher gut“.
11 Prozent finden die Qualität hervorragend, 42 Prozent sehr gut und 34 Prozent eher gut. Gerade mal 4 Prozent finden sie (eher/sehr) schlecht.
Versorgungsqualität nach Betroffenheit
Aufgeschlüsselt nach der Betroffenheit, d.h. Angehörige von Betroffenen, Betroffene und Nicht-Betroffene, zeigt sich, dass die wahrgenommene Qualität bei Betroffenen und Angehörigen nochmals besser geworden ist als in den Vorjahren.
Betroffene geben zu 81 Prozent an, dass es eine hervorragende/sehr gute Versorgung ist (-1 Prozentpunkte) und bei Angehörigen sind es 2024 50 Prozent (-11 Prozentpunkte).
Die Krebsversorgung wird entsprechend von Betroffenen noch besser wahrgenommen als in den Vorjahren, bei Angehörigen hingegen schlechter als im Vorjahr.
Krebsdiagnose
Bei denjenigen, die selbst von Krebs betroffen sind und an der Befragung teilgenommen haben, wurde eine Krebserkrankung zu unterschiedlichen Zeitpunkten diagnostiziert. Die Verteilung zeigt folgende Ergebnisse für 2026:
Die Vergleichbarkeit der Daten mit den Vorjahren, bleibt weiterhin möglich.
Frei von Krebs
Von denjenigen, die von Krebs betroffen sind, sind 15 Prozent noch nicht krebsfrei.
Krebsfrei hingegen sind …
Die Struktur der Teilnehmenden bleiben weiterhin vergleichbar.
Zufriedenheitsfaktoren
Die Krebsversorgungsqualität in der Schweiz zeichnet sich weiterhin durch eine insgesamt positive Beurteilung aus.
Besonders positiv bewertete Bereiche
Bereiche mit Verbesserungspotenzial
Schwächer bewertete Bereiche
Die aktuellen Daten bestätigen, dass die Krebsversorgung in der Schweiz insgesamt auf einem hohen Niveau ist, insbesondere in den Bereichen Spitalversorgung, Medikamentenversorgung und Informationen von der Ärzteschaft. Die Koordination sowie die Geschwindigkeit der Diagnose oder Zuteilung wurde verbessert. Die Unterstützung durch pflegende Angehörige sowie Dienstleistungen ausserhalb des Berufs wurden jedoch schlechter beurteilt. Besonders in den Bereichen Koordination und umfassende Unterstützungsangebote gibt es noch Raum für Verbesserungen.
Ziele im Schweizer Gesundheitswesen
Die Schweizer Krebsversorgung kann verschiedene Ziele anvisieren. Alle vorgeschlagenenen Ziele erhalten sehr viel Zustimmung, zwei stechen jedoch hervor:
Etwas weniger, aber immer noch sehr viel Zustimmung erhalten die anderen beiden abgefragten Ziele.
Mit Fokus auf finanzielle Hürden ist das Bild in der Bevölkerung klar:
Insbesondere die Thematik der kantonalen Unterschiede weist darauf hin, dass zukünftig eine nationale Koordination gewünscht ist.
Inwieweit das Zusammenspiel zwischen Bund und den Kantonen in der Koordination der Krebsbekämpfung funktionieren sollte, wird immer wieder diskutiert. Aktuell tendiert die Bevölkerung zu mehr nationaler Koordination.
Widerstand bei einer nationalen Strategie basiert auf folgenden Argumenten:
Umstritten ist die Aufteilung, wonach Kantone zuständig für die Gesundheitsversorgung bleiben würden und der Bund nur die Koordination der Präventionsprogramme übernehmen täte (49 Prozent stimmen der Aussage zu, 40 Prozent sind dagegen.).
In der Nachbetreuung sind immer noch klare Mehrheiten zu erkennen, jedoch weniger stark als beim Thema Finanzen oder Nationale Strategie.
Direkt gefragt, ob der Bund, die Kantone oder beide gleich in der Verantwortung bei Krebsprävention und Früherkennung von Krebs sind, zeigen sich zwei zentrale Resultate:
Nur 7 Prozent sehen die Kantone speziell in der Verantwortung.
Im Vergleich mit den Nachbarländern der Schweiz investiert die Schweiz relativ wenig Geld (Anteil des BIP) in die Prävention.
Die Haltung der Schweizer Bevölkerung ist klar: zwei Drittel befürworten, dass mehr als bisher (0.48% BIP) in die Prävention investiert werden sollte.
24 Prozent der Bevölkerung finden, dass gleich viel investiert werden sollte und 3 Prozent halten weniger als bisher für die richtige Entwicklung.
Die Krebsversorgung in der Schweiz wird auch 2026 als ausserordentlich gut wahrgenommen. Betroffene und Angehörige bewerten die Qualität nochmals besser als in den Vorjahren. Besonders die Spitalversorgung, die Medikamenten- und Therapieversorgung sowie die ärztliche Information werden hierbei hervorgehoben.
Die Wartezeiten bis zur Therapie und die Koordination zwischen Betreuungsstellen haben sich verbessert. Gleichzeitig wurden die Nachversorgung zuhause, die Unterstützung pflegender Angehöriger und Dienstleistungen ausserhalb der medizinischen Versorgung schlechter bewertet. Die psychologische Unterstützung bleibt ein erhebliches Verbesserungsfeld.
Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung befürwortet höhere Investitionen in die Prävention. Die Überzeugung, dass Prävention und Früherkennung langfristig Kosten einsparen helfen täten, ist breit verankert. Die Lücke zwischen der anerkannten Bedeutung von Früherkennung und deren tatsächlicher Nutzung zeigt jedoch, dass verstärkte Aufklärung nötig bleibt.
Die Bevölkerung spricht sich mit überwältigender Mehrheit für gleichen Zugang zu Krebsprävention und -behandlung aus – unabhängig von Einkommen und Wohnkanton. Kantonale Unterschiede werden als ungerecht empfunden. Eine nationale Koordination der Krebsbekämpfung wird breit unterstützt und soll mehr Effizienz und Qualität bringen.
Niemand soll aus finanziellen Gründen auf eine Krebsbehandlung verzichten müssen – diese Haltung ist in der Bevölkerung klar. Ebenso gefordert werden eine einheitliche Kostenübernahme für Früherkennungsprogramme und eine nationale Obergrenze für Eigenkosten. In der Nachbetreuung wünschen sich klare Mehrheiten Zugang zu Beratung für Angehörige, ein Recht auf psychologische Nachbetreuung und Unterstützung beim Wiedereinstieg in den Beruf.
Die Bevölkerung will mehr nationale Koordination in der Krebsbekämpfung und weniger kantonale Unterschiede. Die genaue Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen bleibt aber umstritten. Im internationalen Vergleich investiert die Schweiz wenig in Prävention – eine Mehrheit fordert mehr.
Auftraggeber: MSD Schweiz
Grundgesamtheit: Einwohner:innen der Schweiz ab 18 Jahren, die einer der drei Hauptsprachen mächtig sind
Befragungsgebiet: ganze Schweiz
Datenerhebung: telefonisch, computergestützt (CATI, RDD Festnetz) und Online
Art der Stichprobenziehung: Stichprobenplan nach Gabler/Häder für RDD/Dual Frame
Stichprobengrösse:
Fehlerbereich: ± 2.5 Prozentpunkte bei 50/50 (und 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit)
Gewichtung: nach RDD, Alter/Geschlecht, nach Sprache, Siedlungsart, Bildung
Befragungszeitraum: 2. bis 19. Februar 2026 (mittlerer Befragungstag: 5. Februar 2026)