Batterie entscheidend bei
E-Occasionen

Hohe Kaufbereitschaft vorhanden, Transparenz zu Batteriezustand und resultierendem Fahrzeugwert entscheidend

im Auftrag von auto-i-dat

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung der Elektromobilität in der Schweiz führte gfs.bern im Auftrag von auto-i-dat eine repräsentative Meinungsumfrage bei der Schweizer Bevölkerung ab 18 Jahren in allen Sprachregionen durch.

 

Ziel der Studie ist die Erhebung der Kaufmotive und -hemmnisse beim Erwerb von (Occasion-)Elektrofahrzeugen sowie der Einfluss einer Batterie-Restwertgarantie auf die Kaufbereitschaft.

Die Datenerhebung erfolgte über das hauseigene Online-Panel Polittrends. Die Resultate basieren auf einer Befragung von 1‘015 Einwohner:innen ab 18 Jahren und wurden gewichtet.

Weitere methodische Details finden sich in der Methodenbox am Ende.

Ausgangslage

Rund ein Fünftel der Einwohner:innen ab 18 Jahren verfügt im eigenen Haushalt über kein Auto. Knapp die Hälfte der Befragten besitzt ein Auto, rund ein Viertel sogar zwei. Eine Minderheit verfügt über mehr als zwei Fahrzeuge. Jüngere Personen zwischen 18 und 39 Jahren sind dabei deutlich häufiger ohne Auto als ältere Altersgruppen. Ausserdem zeigen sich Unterschiede nach Siedlungsart. Im ländlichen Raum ist der Besitz eines Autos deutlich verbreiteter als in städtischen Gebieten.

Unter den Befragten mit mindestens einem Auto im Haushalt ist der Benzinmotor die am häufigsten genannte Antriebsart (62%). Rund ein Viertel besitzt zudem ein Fahrzeug mit Dieselmotor. Bereits 17 Prozent verfügen über ein Fahrzeug mit Elektromotor.

Hybride Antriebsarten wie Verbrennungs- und Elektromotor sowie Plug-in-Hybrid sind mit 12 beziehungsweise 7 Prozent ebenfalls vertreten.

Über die Hälfte der Einwohner:innen ab 18 Jahren hat noch nie selbst ein reines E-Auto gefahren. Hingegen verfügt 45 Prozent über eigene Fahrerfahrung mit einem Elektrofahrzeug, wobei je 15 Prozent angeben, einmal, bereits mehrmals oder regelmässig damit gefahren zu sein.

Die Fahrerfahrung mit E-Autos variiert nach demografischen Merkmalen. Besonders häufig sind Personen über 65 Jahren, Frauen, Personen aus der Romandie sowie Personen aus städtischen Regionen noch nie selbst mit einem E-Auto gefahren.

Bevorzugte Antriebsart

Unabhängig vom Besitz oder von der möglichen Anschaffung eines Autos würden 35 Prozent am ehesten ein Fahrzeug mit Elektromotor wählen. Je rund ein Fünftel würde sich für ein Fahrzeug mit Benzinmotor oder für eine Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor entscheiden. 14 Prozent bevorzugen ein Fahrzeug mit Plug-in-Hybrid, und für gerade einmal 4 Prozent kommt ein Fahrzeug mit Dieselmotor in Frage.

Bei Personen, die beabsichtigen, in den nächsten 18 Monaten ein Auto anzuschaffen, fällt die Bevorzugung von Fahrzeugen mit Elektromotoren deutlich höher aus als in der Grundgesamtheit: 48 Prozent würden sich für ein Elektrofahrzeug entscheiden, gegenüber 35 Prozent insgesamt. Auch Fahrzeuge mit Benzinmotor werden etwas häufiger bevorzugt (23%). Unverändert bleibt der Anteil, welcher sich für ein Fahrzeug mit Dieselmotor (4%) entscheiden würde. Entsprechend geringer fällt die Bevorzugung von Hybridantrieb (15%) und Plug-in-Hybrid (8%) aus.

Beim Entscheid für die Antriebsart des nächsten Autos nennen 41 Prozent Umwelt- und Klimaschutz als wichtigen Grund. Für 37 Prozent sind Lade- bzw. Tankmöglichkeiten ein wichtiger Grund und rund ein Drittel gibt als Grund die Reichweite an. Betriebskosten (29%) und Anschaffungspreis (26%) spielen ebenfalls eine relevante Rolle, ebenso wie die Einschätzung des Fahrzeugs als Zukunftstechnologie (24%). Je 15 Prozent nennen zudem Bedenken gegenüber der Verfügbarkeit der Antriebsenergie sowie dem Fahrkomfort. Sicherheit (7%) und andere Gründe (6%) fallen demgegenüber kaum ins Gewicht.

Bei Personen, die für ihr nächstes Auto Elektromotoren bevorzugen, dominiert Umwelt- und Klimaschutz mit 70 Prozent klar als wichtigster Grund – deutlich häufiger als in der Gesamtstichprobe (41%). Ebenfalls oft genannt werden Betriebskosten (42%) und die Einschätzung des Elektromotors als Zukunftstechnologie (40%). Unter denjenigen, welche beabsichtigen, in den nächsten 18 Monaten ein Auto zu kaufen, ist der Grund der Betriebskosten ebenfalls besonders relevant – 49 Prozent nennen ihn als wichtigen Grund. Fahrkomfort sowie Lade- bzw. Tankmöglichkeiten spielen mit je 23 Prozent eine moderate Rolle. Reichweite (15%), Anschaffungspreis (12%) und Bedenken gegenüber der Verfügbarkeit der Antriebsenergie (12%) fallen bei dieser Gruppe deutlich weniger ins Gewicht als in der Gesamtstichprobe. Sicherheit (5%) und andere Gründe (3%) werden kaum genannt.

Für Personen, die für ihr nächstes Auto einen Benzin- oder Dieselmotor bevorzugen, ist die Reichweite der wichtigste Grund. Mit 63 Prozent wird dieser deutlich häufiger genannt als in der Gesamtstichprobe (34%). Von einer Mehrheit werden zudem die Lade- bzw. Tankmöglichkeiten (54%) genannt. Der Anschaffungspreis (49%) wird ebenfalls häufig aufgeführt. Eine moderatere Rolle spielen mit je 17 Prozent die Bedenken gegenüber der Verfügbarkeit der Antriebsenergie sowie die Betriebskosten. Der Fahrkomfort (14%) fällt bei dieser Gruppe ähnlich ins Gewicht wie in der Gesamtstichprobe, während der Sicherheit (11%) etwas mehr Bedeutung beigemessen wird. Zukunftstechnologien (7%) und Umwelt- und Klimaschutz (2%) hingegen werden deutlich seltener als wichtige Gründe genannt als in der Gesamtstichprobe.

Für einen relativ kleinen Anteil gehört Sicherheit zu den wichtigsten Gründen für den Entscheid der Antriebsart (7% der Gesamtstichprobe, n=67). Die folgenden Angaben beziehen sich auf die 49 Personen, die eine schriftliche Antwort gegeben haben. Dabei denken diese Personen einerseits an die Risiken in Bezug auf Unfallsicherheit (27%) und (Batterie-)Brand (22%).

Nebst den Risiken nennen jeweils 10 Prozent auch Sicherheit in Bezug auf Infrastruktur, also die Erreichbarkeit von Ladestationen oder auch die mögliche Reichweite eines Fahrzeugs.

10 Prozent denken beim Thema Sicherheit an den Fahrkomfort, und weitere 10 Prozent nennen zudem die Sicherheit in Zukunft beispielweise bezüglich Umweltbelastung.

Für 41 Prozent der Einwohner:innen ab 18 Jahren käme bei der Anschaffung des nächsten Fahrzeugs auch ein gebrauchtes Elektroauto in Frage. 22 Prozent schliessen ein Elektrofahrzeug grundsätzlich nicht aus, würden jedoch ausschliesslich einen Neuwagen in Betracht ziehen. Hingegen lehnt gut ein Viertel ein Elektroauto generell ab, und 11 Prozent haben sich noch keine Meinung gebildet.

Die Offenheit gegenüber einem gebrauchten Elektroauto variiert deutlich nach Alter und Erfahrung mit Elektroautos. Jüngere Personen zwischen 18 und 39 Jahren sind deutlich aufgeschlossener als Personen ab 65 Jahren. Wer bereits mehrfach oder regelmässig ein Elektroauto gefahren ist, zieht ein gebrauchtes Modell häufiger in Betracht als Personen, die einmal oder noch nie mit einem Elektroauto gefahren sind.

Bei Personen mit konkreter Kaufabsicht in den nächsten 18 Monaten ist die Bereitschaft für eine E-Occasion mit 39 Prozent ähnlich hoch wie in der Grundgesamtheit (41%). Auffälliger ist, dass deutlich weniger Kaufwillige ein Elektroauto grundsätzlich ablehnen (22%), während 29 Prozent zwar offen für ein E-Auto sind, aber ausschliesslich einen Neuwagen in Betracht ziehen.

Die Bereitschaft für eine E-Occasion ist besonders ausgeprägt bei Personen, die regelmässig ein Elektroauto fahren: Bei 60 Prozent von ihnen käme beim nächsten Fahrzeug auch ein gebrauchtes E-Auto in Frage. Ähnlich hoch ist der Anteil bei Personen mit mehrfacher E-Auto-Erfahrung (41%). Interessant ist dabei, dass Personen, die einmal selbst mit einem reinen E-Auto gefahren sind, weniger offen sind für eine E-Occasion als Personen, die noch keine eigene Fahrerfahrung mit einem E-Auto hatten. Während 38 Prozent der Personen, welche noch nie gefahren sind, ein gebrauchtes E-Auto in Betracht ziehen würden, sind es bei Personen mit einmaliger Erfahrung lediglich 33 Prozent. Sobald die eigene Erfahrung mit Elektroautos zunimmt, steigt jedoch auch die Bereitschaft für eine E-Occasion deutlich an.

Bei 60 Prozent der Personen mit konkreter Kaufabsicht, die regelmässig ein Elektroauto fahren, käme beim nächsten Fahrzeug auch eine E-Occasion in Frage – gleich hoch wie in der Grundgesamtheit. Bei mehrfacher Fahrerfahrung mit einem E-Auto fällt die Bereitschaft mit 36 Prozent etwas tiefer aus (Grundgesamtheit: 41%). Bei einmaliger oder keiner Elektroauto-Fahrerfahrung ist die Bereitschaft für eine E-Occasion etwas tiefer als in der Grundgesamtheit.

Unabhängig von der eigenen Bereitschaft für eine E-Occasion gaben 24 Prozent den Anschaffungspreis als Kaufgrund einer E-Occasion an, dicht gefolgt vom Grund, dass E-Occasionen preisgünstig sind (23%). Damit dominiert der Preis als zentrales Kaufmotiv. Allerdings nennt ein Fünftel der Befragten, welche eine inhaltliche Antwort gegeben haben, explizit kein Kaufinteresse. Dies verdeutlicht, dass ein substanzieller Teil der Bevölkerung dem Markt für E-Occasionen nach wie vor skeptisch gegenübersteht. Eine untergeordnete, aber dennoch relevante Rolle spielen Nachhaltigkeitsaspekte: 10 Prozent nennen Umweltschutz und 5 Prozent Ressourcenschonung als Kaufargument. Für 8 Prozent ist ausserdem der Zustand des Fahrzeugs, insbesondere dessen Batterieleistung, ein relevantes Argument. Dabei zeigen sich zwei Seiten: Unsicherheiten rund um Restkapazität, Alterung und Ersatzkosten stehen positiven Erfahrungen gegenüber, wonach Batterien länger halten und weniger verschleissen als erwartet.

Der Batteriezustand wird mit 27 Prozent am häufigsten als Argument gegen den Kauf einer E-Occasion genannt. Die offenen Antworten zeigen, dass vor allem Unsicherheiten über den tatsächlichen Zustand des Akkus im Vordergrund stehen sowie die Sorge, dass die Batteriekapazität mit der Zeit abnehmen könnte und ältere Akkus deutlich an Leistung verlieren würden. Dahinter folgen mit je 12 Prozent die Verfügbarkeit von Ladestationen sowie der Anschaffungspreis. Auch die Batterielebensdauer und die Reichweite von Elektrofahrzeugen werden von je 11 Prozent als Hinderungsgrund für eine E-Occasion genannt. 10 Prozent äussern eine allgemeine Skepsis gegenüber Elektroautos, während 9 Prozent bei E-Occasionen die Technologie als veraltet betrachten. Hingegen sehen 7 Prozent keinen spezifischen Grund gegen den Kauf einer E-Occasion, und 6 Prozent haben allgemein keinen Bedarf.

Befürchtungen gegenüber dem Batteriezustand spielen bei Personen, für die ein gebrauchtes Elektroauto nicht in Frage kommt, eine zentrale Rolle. Zwei Drittel geben an, dass der Zustand der Batterie sehr wichtig ist beim Entscheid gegen ein gebrauchtes Elektroauto, weitere 19 Prozent erachten ihn als eher wichtig. Lediglich 7 Prozent geben an, dass Befürchtungen gegenüber dem Zustand der Batterie für ihren Entscheid eher nicht oder überhaupt nicht wichtig sind. 8 Prozent haben keine Meinung dazu.

Um die Einstellungen der Einwohner:innen ab 18 Jahren gegenüber E-Occasionen besser zu verstehen, wurden sie gebeten, einer Reihe von Aussagen zuzustimmen oder diese abzulehnen. 69 Prozent sind eher bis voll einverstanden, dass verlässliche Informationen zum Batteriezustand sowie dem resultierenden Effekt auf den Fahrzeugwert die eigenen Bedenken gegenüber Elektroauto-Occasionen reduzieren würden. Ebenfalls hohe Zustimmung (68%) erhält die Aussage, dass der volatile Benzinpreis der letzten Monate die Elektromobilität attraktiver macht. 59 Prozent sind eher bis voll einverstanden, dass sie ihr aktuelles Auto länger fahren, um die weiteren Entwicklungen der Elektromobilität bzw. anderer Antriebsarten abzuwarten.

Die geringste Zustimmung erhält die Aussage, dass E-Occasionen aufgrund des günstigeren Preises gegenüber Neufahrzeugen attraktiver sind. Gleichzeitig sind 34 Prozent damit nicht einverstanden.

Besonders jüngere Personen im Alter von 18 bis 39 Jahren (77%)  sowie Personen, die bereits ein Elektroauto besitzen (78%) oder für ihr nächstes Auto diese Antriebsart bevorzugen (84%), sind mit der Aussage der verlässlichen Informationen zum Batteriezustand eher oder voll einverstanden. Dies ist ein Hinweis, dass Transparenz über den Batteriezustand sowohl mögliche als auch bestehende Elektroauto-Besitzende beschäftigt.

Kaufabsicht eines Autos

81 Prozent der Einwohner:innen ab 18 Jahren beabsichtigen in den nächsten 18 Monaten keine Anschaffung eines neuen Autos. 2 Prozent wissen es noch nicht und 17 Prozent sind offen, in nächster Zeit ein Auto anzuschaffen.

Alle Befragten wurden zudem gefragt, wie sie eine allfällige Autoanschaffung finanzieren würden. Die Mehrheit (68%) würde ein Auto per Kauf finanzieren. 13 Prozent würden die Anschaffung per Leasing finanzieren. 3 Prozent über würden eine Kredit/Darlehensfinanzierung bevorzugen oder eine Langzeitmiete ins Auge fassen (2%). Erwähnenswert ist zudem der vergleichsweise hohe Anteil von 14 Prozent, der keine Angabe machen konnte oder wollte.

Synthese

E-Occasionen als reale Option

Für vier von zehn Einwohner:innen ab 18 Jahren käme beim nächsten Fahrzeugkauf auch ein gebrauchtes Elektroauto in Frage. Damit hat die E-Occasion in der Schweizer Bevölkerung eine relevante Ausgangsposition erreicht. Dies vor dem Hintergrund, dass sieben von zehn am ehesten eine alternative Antriebsart wählen würden, während gut ein Viertel Elektroautos grundsätzlich ablehnt.

Batterie als zentrales Kaufhindernis

Zweifel am Zustand der Batterie sind mit Abstand das meistgenannte Argument gegen den Kauf einer E-Occasion (27%). Gleichzeitig zeigt sich: Verlässliche Informationen zum Batteriezustand und dessen Einfluss auf den Fahrzeugwert würden bei 69 Prozent der Bevölkerung die Bedenken reduzieren. Transparenz über den Batteriezustand und den resultierenden Fahrzeugwert wäre damit ein zentraler Hebel zur Erhöhung der Kaufbereitschaft.

Erfahrung fördert Offenheit

Wer regelmässig ein Elektroauto fährt, ist für E-Occasionen mit 60 Prozent deutlich aufgeschlossener als der Durchschnitt (41%). Eine einmalige Fahrerfahrung senkt die E-Occasion Bereitschaft zunächst leicht, verglichen mit Personen ohne Fahrerfahrung mit E-Autos. Mit wachsender Vertrautheit steigt sie jedoch wieder an. Die Bereitschaft für ein E-Auto steigt mit zunehmender Fahrerfahrung mit E-Autos.

Tiefe Preise als Treiber

Der vorteilhafte Anschaffungspreis ist das meistgenannte Kaufargument für eine E-Occasion, nebst den tiefen Betriebskosten, die allgemein ein Hauptgrund für die Bevorzugung von E-Autos sind. Damit können die aktuell günstigen E-Occasionen eine gute Ausgangslage für die Ankurbelung des Geschäfts bieten, vorausgesetzt die Vorbehalte zum Zustand der Batterie und des resultierenden Fahrzeugwerts können abgebaut werden.

Methodische Details

Auftraggeber: auto-i-dat

Grundgesamtheit: Schweizer Wohnbevölkerung ab 18 Jahren

Datenerhebung: CAWI (via Polittrends)

Stichprobengrösse: Total N = 1‘015 (n DCH= 721, n FCH = 244, n ICH = 50)

Gewichtung: Alter/Geschlecht nach Sprache, Sprache, Kanton, Siedlungsart nach Sprache, Bildung

Stichprobenfehler: ±3.1 Prozentpunkte bei 50/50 und 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit

Befragungszeitraum: 15. April bis 23. April 2026