Digitalisierung unter Druck

Nationale Lösungen für mehr Sicherheit und Souveränität gewünscht

Im Auftrag der Stiftung Mercator Schweiz

Im Auftrag der Stiftung Mercator Schweiz führte gfs.bern eine repräsentative Meinungsumfrage bei der Schweizer Bevölkerung ab 16 Jahren zur Digitalisierung der Gesellschaft durch.

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Verbreitung von digitalen Technologien untersucht die Studie, wie die Bevölkerung den aktuellen Stand der Digitalisierung beurteilt, welche Erwartungen sie an deren zukünftige Entwicklung richtet und welchen Akteuren sie dabei besondere Verantwortung zuschreibt.

Ziel der Studie ist es, einen fundierten Überblick über die Haltungen und Einstellungen der Schweizer Bevölkerung zur digitalen Transformation zu gewinnen. Auf dieser Grundlage sollen zentrale Chancen und Risiken der Digitalisierung aus Sicht der Bevölkerung identifiziert werden, um im Anschluss daran zukünftig relevante Studienfelder abzuleiten.

Die Datenerhebung erfolgte mit einem Mixed-Mode-Ansatz aus telefonischen Interviews (CATI) und einer bevölkerungsrepräsentativen Onlinebefragung (CAWI) im Dezember 2025.

Weitere methodische Details sind am Ende des Cockpits ausgewiesen.

Grundhaltung zur Digitalisierung

Die Grundhaltung gegenüber dem heutigen Stand der Digitalisierung fällt in der Schweizer Wohnbevölkerung ab 16 Jahren insgesamt mehrheitlich positiv aus.

58 Prozent stehen dem heutigen Digitalisierungsstand eher oder sehr positiv gegenüber.

 

Währenddessen nehmen 22 Prozent eine ambivalente Haltung ein, und 20 Prozent haben eine eher oder sehr negative Haltung.

Skeptischer sind tendenziell Personen über 64 Jahren, Personen an den politischen Polen (SP-, Grüne- und SVP-Sympathisierende) und Personen, die selbst weniger stark von der Digitalisierung profitieren.

Die grundsätzliche Einschätzung spiegelt sich auch in der Wahrnehmung persönlicher Zukunftsaussichten wider.

Mit Blick auf die eigene Zukunft erwartet eine Mehrheit (53%) eher oder klar mehr persönliche Vorteile durch die Digitalisierung der Gesellschaft. Rund ein Viertel der Bevölkerung (26%) rechnet weder mit Vorteilen noch mit Nachteilen, während 20 Prozent eher oder klar mehr persönliche Nachteile erwarten.

Persönliche Vorteile sehen vor allem diejenigen dazu befragten Personen, die jünger sind, in der Deutschschweiz (vs. Romandie) leben, höher gebildet sind und auch tendenziell stärker Big Tech und den Behörden vertrauen.

Etwas zurückhaltender fällt die Einschätzung der gesellschaftlichen Vorteile aus.

48 Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, dass die Digitalisierung für die gesamte Gesellschaft eher oder klar mehr Vorteile bringen würde. Gleichzeitig sehen 22 Prozent weder mehr Vorteile noch mehr Nachteile, und 28 Prozent befürchten eher oder klar mehr Nachteile für die gesamte Gesellschaft.

Interessanterweise wird von den eigenen Vorteilen auf die Vorteile der Gesellschaft geschlossen: Wer persönliche Vorteile sieht, ist  auch eher der Ansicht, dass die gesamte Gesellschaft profitieren würde.

Kombiniert man das Stimmverhalten zur E-ID (Sept 2025) mit diesen Resultaten, zeigt sich, dass diejenigen Befragten, die gesamtgesellschaftliche Vorteile sehen, zu 62 Prozent Ja gestimmt haben, und von denjenigen Personen, die unsicher bezüglich der Vorteile sind oder Nachteile sehen, 73 Prozent Nein gestimmt haben.

Verantwortung und Rolle des Staates

In der Frage nach der Verantwortung für eine Entwicklung der Digitalisierung der Gesellschaft mit möglichst positiven Auswirkungen werden alle Akteure von einer klaren Mehrheit stärker in die Pflicht genommen: der Staat, die Unternehmen und die Nutzer:innen.

Die stärkste Verantwortung würde der Staat tragen: 65 Prozent sehen den Staat künftig stärker in der Pflicht, während 28 Prozent den Staat gleich stark wie bisher verantwortlich sehen. Lediglich 5 Prozent sprechen sich dafür aus, dass der Staat künftig weniger Verantwortung übernehmen solle.

60 Prozent sehen ausserdem Unternehmen selbst künftig stärker in der Pflicht, dass die Digitalisierung mehr positive als negative Auswirkungen entfalten täte.

Auch die Nutzer:innen selbst werden von einer Mehrheit (56%) stärker in die Pflicht genommen, während lediglich 10 Prozent ihnen in Zukunft weniger Verantwortung zuschreiben möchten.

Insbesondere 64-Jährige und Ältere sehen den Staat stärker in der Pflicht, ebenso Personen aus der Romandie und Svizzera Italiana. Auch Personen, die eine sehr hohe Nutzung von digitalen Lösungen haben, sehen den Staat stärker in der Pflicht als solche, die weniger digitale Lösungen nutzen.

Unter jenen Befragten, die den Staat klar in der Regulierungspflicht sehen, zeigt sich zudem ein differenziertes Bild hinsichtlich der Bereiche, in denen stärkere Regulierung gefordert wird.

  • Jeweils 19 Prozent sind der Ansicht, dass der Staat stärker in den Themen Datenschutz und -sicherheit, sowie der Künstlichen Intelligenz regulieren solle. Es ist ein Anliegen, dass der Staat stärker involviert sein sollte, in dem er die Sicherheit von Daten und Systemen gewährleistet und den Umgang mit personenbezogenen Informationen schützt und reguliert.
  • Beim Thema KI bestehen ebenfalls Bedenken sowohl bezüglich Datenschutz als auch im Hinblick auf Umweltbelastungen.
  • Für 12 Prozent soll der Staat die sozialen Medien stärker regulieren, indem der Jugendschutz gefördert wird und Desinformationen und Hassreden reduziert werden sollen.
  • In den Branchen Gesundheitswesen (11%), Finanzbranche (9%) und öffentliche Verwaltung (7%) soll die Digitalisierung einschliesslich elektronischer Patientenakten, Datenschutz von Gesundheits- und Bankendaten sowie E-Government reguliert werden.
  • Das Thema Kinder- und Jugendschutz ist 7 Prozent ein Anliegen. Damit verknüpft ist auch das Anliegen für analoge Alternativen (< 5%). Die Unternehmen, die der Staat stärker regulieren soll sind Meta (7%) und allgemein Big-Tech-Unternehmen (5%).

Insgesamt zeigt sich in der Bevölkerung ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Regulierung der Digitalisierung. Dieses richtet sich weniger auf einen einzelnen Sektor als vielmehr auf mehrere, teils überlappende Problembereiche.

Wenn speziell die Rolle des Staates bei Aspekten der Digitalisierung der Gesellschaft im Fokus steht, dann sind es drei Aspekte, bei der klare Mehrheiten zustimmen:

  • Der Staat soll besonders sicherstellen, dass Entscheidungen von KI-Systemen und Algorithmen nachvollziehbar sind (88%).
  • 86 Prozent stimmen eher oder voll und ganz zu, dass der Staat vorschreiben soll, dass bei schwerwiegenden Entscheidungen, die KI-Systeme unterstützen, immer ein Mensch die Resultate prüft.
  • Zudem stimmen 80 Prozent eher oder voll und ganz der staatlichen Förderung digitaler Infrastrukturen zu, die ressourcenschonend sind.

Stärker geteilter Meinung sind die Personen bei den folgenden drei Aussagen:

  • Immer noch eine Mehrheit (58%) stimmt eher oder voll und ganz zu, dass es nicht Aufgabe des Staates sei, die Kontrolle über persönliche Daten zu regeln.
  • 45 Prozent finden, dass Anbieter:innen selbst entscheiden sollen, ob digitale Angebote barrierefrei sind, und
  • 44 Prozent lehnen eine stärkere staatliche Regulierung digitaler Märkte ab.

Mit anderen Worten sollte der Staat insbesondere komplexe Systeme wie KI-Systeme oder Algorithmen nachvollziehbar gestalten lassen, den «human in the loop» bei kritischen Entscheidungen einsetzen und die digitale Struktur ressourcenschonend fördern.

Normative Spannungsfelder für eine digitale Gesellschaft

Im Folgenden ist ersichtlich, wie die Bevölkerung grundlegende Wertekonflikte in der digitalen Transformation einordnet.

In der Abwägung zwischen nationaler Sicherheit und individueller Privatsphäre verteilt sich die Bevölkerung breit entlang der Skala mit einer leichten Tendenz zur Bevorzugung nationaler Sicherheit. 20 Prozent der Bevölkerung bevorzugen klar eine Schweiz, die digitale Lösungen für die Sicherheit in der Schweiz verstärkt nutzen sollte, auch wenn dies die individuelle Privatsphäre einschränken kann. Demgegenüber gewichten 12 Prozent die individuelle Privatsphäre höher und nehmen dafür Einbussen bei der Sicherheit in Kauf.

Nationale Sicherheit übertrumpft aktuell individuelle Privatsphäre.

Bei der Gegenüberstellung, ob Technologieunternehmen sich wirtschaftlich frei entfalten können sollen und vermehrt selbst regulieren, oder ob Technologieunternehmen sich stärker demokratisch gesetzten Regeln unterwerfen sollen, auch wenn dies die Wirtschaftsfreiheit einschränkt, positioniert sich fast ein Drittel (31%) klar für eine demokratisch gesetzte Regulierung von Technologieunternehmen. Die Zustimmung zur Selbstregulation der Technologieunternehmen umfasst mit Abstufungen ebenfalls einen Drittel (33%).

Tech-Unternehmen sollen sich stärker demokratisch gesetzten Regeln unterwerfen.

38 Prozent sprechen sich klar dafür aus, mehr staatliche Mittel in den digitalen Schutz der Bürger:innen zu investieren als in Innovationsförderung. Weitere 41 Prozent verorten sich im nahen Bereich der Mittel in den digitalen Schutz, während lediglich 7 Prozent die Bereitstellung von mehr Mittel für Innovationen bevorzugen.

Mittel für digitalen Schutz vor Mittel für Innovationen.

In der Gegenüberstellung, ob es in Zukunft mehr Fokus auf den breiten Nutzen von Technologien mit erhöhter Umweltbelastung braucht, oder mehr Fokus auf spezifischeren Nutzen mit weniger Umweltbelastung, spricht sich eine Mehrheit für den Umweltschutz aus (71% Zahl 4 bis 6). Hingegen stimmen 9 Prozent ganz klar mit der Aussage überein, dass es in Zukunft mehr Fokus auf den breiten Nutzen von Technologien in allen Wirtschaftsbereichen braucht, auch wenn die Umweltbelastung dafür steigt.

Spezifische Digitalisierung mit wenig Umweltbelastung gewünscht.

Auch bei der Frage, ob zukünftig stärker auf eigene digitale Lösungen mit mehr Aufwand gesetzt oder weiterhin internationale Lösungen mit weniger Aufwand genutzt werden soll, ist eine klare Mehrheitsmeinung erkennbar. 79 Prozent (Zahl 1 bis 3) der Bevölkerung sind bereit, höheren Aufwand für eigene digitale Infrastrukturen und Lösungen in Kauf zu nehmen, um Abhängigkeiten von ausländischen Konzernen zu reduzieren.

Eigene digitale Lösungen trotz höherem Aufwand entwickeln.

Zusammengefasst: Bürger:innen wünschen sich mehr Sicherheit im Digitalen und sehen den Staat in der Pflicht, dafür nehmen sie auch Einbussen in ihrer Privatsphäre in Kauf. Ein mögliches Ziel: eigene digitale Lösungen, die spezifisch (nicht breit) sind, die ressourcenschonend sind, und die Bürger:innen so gut wie möglich schützen.

Haltung zu Big-Tech-Unternehmen und Nutzung künstlicher Intelligenz

Die Haltung gegenüber internationalen Technologieunternehmen wie Google, Meta, TikTok, Shein, Apple oder Microsoft fällt insgesamt ambivalent und negativ aus.

40 Prozent der Bevölkerung ordnen sich in der mittleren Kategorie ein und stehen Big-Tech-Unternehmen weder klar positiv noch klar negativ gegenüber. Gleichzeitig äussern 38 Prozent eine eher bis sehr negative Haltung, während 21 Prozent diesen Unternehmen eher bis sehr positiv gegenüberstehen.

Die eher kritische Haltung zu Big Tech hat einige Herausforderungen. Vier kritische Aussagen erhalten fast uneingeschränkt Zustimmung:

  • 94 Prozent sind der Meinung, dass Kinder und Jugendliche besser vor schädlichen Auswirkungen sozialer Medien geschützt werden müssen.
  • Ausserdem stimmen 90 Prozent der Aussage zu, wonach die  Big-Tech-Unternehmen nur auf Profit ausgerichtet seien.
  • 84 Prozent sehen einen zu starken politischen Einfluss der Herkunftsländer dieser Unternehmen, und
  • 82 Prozent befürchten eine zu starke Abhängigkeit der Schweiz von internationalen Big-Tech-Firmen.
  • Nur 42 Prozent trauen den Big-Tech-Unternehmen eher als dem Staat zu, innovative Produkte und Lösungen zu kreieren, die das Leben erleichtern.

Gleichzeitig stimmen 61 Prozent eher oder voll und ganz zu, dass Menschen mit Beeinträchtigungen dank den Produkten von Big-Tech mehr Chancen und Zugang zu Arbeit und Freizeit erhalten würden als früher.

Die Haltung gegenüber Big Tech ist also nicht von innovativen Produkten stark getragen und muss sich breiter gesellschaftlicher Kritik aussetzen.

Künstliche Intelligenz ist bereits im Alltag vieler Menschen angekommen. Eine Mehrheit der Bevölkerung (51%) nutzen KI-Anwendungen wie ChatGPT, Gemini, Co-Pilot oder DeepL gelegentlich oder regelmässig.

Weitere 22 Prozent geben an, diese Anwendungen zu nutzen, aber nur selten, und rund ein Viertel (26%) gibt an, diese Produkte nicht zu nutzen oder diese nicht zu kennen.

Die Bewertungen von KI-Anwendungen sind deutlich von Ressourcen- und Kontrollbedenken geprägt.

  • 77 Prozent sind der Meinung, dass KI-Anwendungen zukünftig sparsamer genutzt werden müssen, da sie so viel Ressourcen verbrauchen würden.
  • 76 Prozent fordern eine stärkere Regulierung durch die Schweizer Regierung, während gleichzeitig
  • 74 Prozent der Ansicht sind, dass die Schweiz deutlich stärker in KI investieren sollte.
  • 63 Prozent befürchten Arbeitsplatzverluste durch KI.
  • Demgegenüber glaubt eine Mehrheit eher nicht, dass KI zukünftige globale Probleme lösen (52%) oder den Fachkräftemangel erfolgreich bekämpfen könne (70%).

Die Hoffnung für ressourcenschonende, «eigenen» KI-Anwendungen mit stärkerer Regulierung ist breit in der Bevölkerung vorhanden. Jedoch löst man sodas Fachkräfteproblem nicht, da KI nicht diese Jobs zu ersetzen vermag.

Digitalisierung und Demokratie

Der Einfluss der Digitalisierung auf demokratische Informationsverbreitung, Meinungsbildung und Entscheidungen wird insgesamt eher kritisch beurteilt. 46 Prozent bewerten den Einfluss auf die demokratischen Prozesse der Schweiz als eher bis sehr negativ.

Weitere 30 Prozent sehen weder einen positiven noch einen negativen Effekt, während lediglich 19 Prozent den Einfluss der Digitalisierung auf die Demokratie eher oder sehr positiv einschätzen.

Woher rührt diese Kritik?

  • Eine breite Mehrheit (89%) stimmt der Aussage zu, dass digitale Plattformen die Verantwortung dafür tragen täten, dass Hassrede, Fake News oder Desinformation nicht überhand nehmen.
  • Ausserdem befürchten 80 Prozent der Bevölkerung, dass Diskussionen auf Plattformen und Nachrichtenseiten einen Teil der Bevölkerung überfordern würden und zu neuen Formen von politischer Ausgrenzung führen könnten.
  • Die Aussage, dass Social Media Plattformen zu viel Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung hätten, findet bei 78 Prozent eine Zustimmung.
  • Eine breite Zustimmung (73%) findet auch die Aussage, dass Online-Diskussionen zu einer stärkeren Polarisierung führten und den politischen Dialog erschwerten.
  • Trotz dieser Bedenken befürworten 60 Prozent eine stärkere Förderung digitaler Teilhabe.
  • Zudem sind 51 Prozent der Ansicht, dass sich dank digitaler Plattformen mehr Menschen an politischen Prozessen beteiligen könnten, die sonst ausgeschlossen wären.

Die Personen sind nicht per se gegen die Digitalisierung der Informationsverbreitung, Meinungsbildung oder Entscheidungsfindung, sondern über den aktuellen Stand, der stark als von Hassrede/Fake News, unkontrollierten Plattformen und erschwertem politischen Dialog geprägt wahrgenommen wird.

Die «Schuld» des schlechten Images der Digitalisierung der Demokratie, wenn man so will, liegt insofern bei Social Media Plattformen.

Synthese

Positive Grundhaltung

Die Bevölkerung steht grundsätzlich eher positiv dem heutigen Stand der Digitalisierung der Gesellschaft gegenüber. Dabei bewertet die Bevölkerung die Digitalisierung für sich persönlich klar positiver als für die Gesellschaft insgesamt. Diese Differenz deutet auf ein Spannungsfeld zwischen individuellem Nutzen und kollektiven Risiken hin. Während persönliche Vorteile greifbar erscheinen, werden gesellschaftliche Nebenfolgen kritischer reflektiert.

Digitale Souveränität

Die hohe Bereitschaft, in eigene digitale Infrastrukturen zu investieren, verweist auf ein starkes Bedürfnis nach Autonomie. Digitale Souveränität wird nicht nur technologisch, sondern auch politisch interpretiert. Abhängigkeiten von internationalen Konzernen werden als strategisches Risiko wahrgenommen.

Digitalisierung und Demokratie

Die Digitalisierung wird mehrheitlich als Herausforderung für demokratische Prozesse wahrgenommen. Polarisierung, Desinformation und Überforderung dominieren die Wahrnehmung. Gleichzeitig bleibt das Potenzial digitaler Teilhabe präsent.

Starke staatliche Rolle

Dem Staat wird eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Digitalisierung zugeschrieben, insbesondere bei Regulierung, Transparenz und Schutz. Insbesondere bezüglich Datenschutz und -sicherheit und dem Einsatz von KI wünscht sich die Bevölkerung eine stärkere Regulierung von Seiten des Staates. Ausserdem sollen der Kinder- und Jugendschutz insbesondere in den sozialen Medien stärker ausgebaut und die Verbreitung von Desinformationen eingeschränkt werden.

Breite Nutzung Künstlicher Intelligenz

KI-Anwendungen werden von einer Mehrheit der Bevölkerung bereits genutzt. Gleichzeitig lässt sich eine kritische Haltung zu Big-Tech-Unternehmen beobachten. Technologische Innovation wird anerkannt, aber nicht vorbehaltlos akzeptiert. Transparenz, Regulierung und Ressourceneffizienz fungieren als zentrale Akzeptanzbedingungen.

Digitalisierung unter Druck

Die internationale Digitalisierung steht unter starkem Druck. Vertrauen in (ausländische) Big Tech-Unternehmen scheint zu erodieren, weshalb stärkere Kontrollen in Anwendung von nationalen Regeln gewünscht sind. Die Folge: Investitionen in eigene digitale Lösungen werden gefordert.

Methodenbox

Auftraggeberin: Stiftung Mercator Schweiz

Grundgesamtheit: Schweizer Wohnbevölkerung ab 16 Jahren

Datenerhebung: Online-Befragung im hauseigenen Panel «polittrends» und CATI RDD Dual Frame

Stichprobengrösse: Total Befragte: N = 1018 (n DCH = 770, n FCH = 192, n ICH = 56)

Art der Stichprobenziehung: 

  • Online-Panel: geschichtete Zufallsstichprobe nach Alter, Geschlecht und Sprache
  • CATI: Zufällig nach RDD Dual Frame (inkl. 30% mobile) und quotiert nach Alter, Geschlecht und Sprache

Gewichtung: Alter/Geschlecht nach Sprache, Sprache, Kanton, Siedlungsart nach Sprache, Bildung, Partei, bei CATI: RDD

Stichprobenfehler: ±3.2 Prozent bei 50/50 und 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit

Befragungszeitraum: 1. Dezember bis 12. Dezember 2025